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»Dienst am Wort«
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Leseprobe 1
Erster Adventssonntag
Adventliches Fasten als zeitgemäße Haltung
Lesejahr C
Beitrag zur Lesung

Einführung


Gott kommt – diese Hoffnungsbotschaft wird uns auch in diesem Jahr in den Adventswochen zugesprochen. Gott kommt heute wie damals nicht in eine Welt ohne Schmerz und Leid. Er kommt in die Not, er kommt in die Verzweiflung, in die unbeantworteten Zukunftsfragen. Er kommt in diese Welt, in der viele fragen, wie es weitergehen soll. Er kommt, und er braucht Menschen, die ihn aufnehmen, die im Vertrauen auf ihn auch heute und morgen ihr Leben und unsere Welt nach seinem Gebot gestalten. Lassen wir uns in der Begegnung mit ihm stärken im Glauben an sein Kommen und in der Hoffnung, dass unser Weg mit Gott ein gutes Ziel hat.

Predigt

Zum Text: 1 Thess 3,12 – 4,2 (2. Lesung)

Endzeitstimmung statt Kerzenschimmer


Die Schriftlesungen dieses Sonntags können uns ganz schön die Adventsstimmung verhageln: Statt Tannengrün und Kerzenschimmer, statt Adventskalender und Weihnachtsfeier und Christkindlesmarkt düstere Bilder vom Ende der Zeit im Evangelium und mahnende Durchhalteparolen vom Apostel Paulus in der Lesung aus dem ersten Brief an die Gemeinde in Thessaloniki: Die Ankunft des Herrn steht bevor, heißt es da, lebt so, wie es Gottes Gebot entspricht, und werdet darin noch vollkommener!

Endzeitstimmung damals und heute

Die Generationen nach Paulus haben lernen müssen, dass der jüngste Tag mit der Wiederkunft Jesu auf sich warten lässt. Und doch haben Christen zu allen Zeiten sich von den Mahnungen betreffen lassen: Wer wüsste nicht, dass die eigene Lebenszeit begrenzt ist? Und wie oft im Lauf der Geschichte erlebten die Menschen, dass ihr gewohntes, sicheres Leben zerbrach und plötzlich alles fraglich war? Dass das Vertraute nicht mehr trug und die Frage: »Wie soll es weitergehen?« ohne Antwort blieb.

Leben wir nicht auch in einer solchen Zeit mit viel mehr Fragen als Antworten? Ob es um die Zukunft der Erde geht oder das Zusammenleben der Völker, ob es um die Zukunft der Kirche oder des christlichen Glaubens in unserem Land geht – überall viele Fragen, düstere Befürchtungen, wenige Antworten. Wir sind gar nicht so weit weg von der Situation der Christen damals in der griechischen Stadt Thessaloniki.

Paulus mahnt zur Standhaftigkeit


So könnte es ja dann auch sein, dass die Mahnungen des Apostels Paulus auch in unserer Situation zutreffen könnten. Er sagt also: Wenn ihr wahrnehmt, dass vieles zu Ende geht, wenn ihr nicht wisst, wie es weitergehen soll, dann bemüht euch umso mehr, so zu leben, wie es eurem Glauben entspricht.

Mit anderen Worten: Reagiert nicht auf die Krisenzeit, indem ihr resigniert und sagt: Das bringt ja eh nichts mehr. Was soll ich mich noch anstrengen? Sagt nicht: Dann lass ich es mir selbst wenigstens nochmal richtig gut gehen, nach mir die Sintflut! Lasst euch nicht von den Fragen und Zweifeln irritieren und lähmen, sondern lebt entschlossen, ja noch bewusster eure Überzeugungen und Werte. Trotz aller Unsicherheiten im Blick auf die Zukunft.

Konkret heißt das: Bemüht euch noch mehr, für Frieden und Gerechtigkeit einzutreten. Müht euch um Barmherzigkeit in eurem Reden und Handeln. Gestaltet euer Leben so, dass es Respekt vor der Schöpfung ausdrückt, ob es beim Einkauf ist oder bei der Reiseplanung. Und verbindet euch noch mehr mit Gott, durch euer Gebet, euren Gottesdienst. Er ist die Kraftquelle für ein solches Handeln »trotz allem«, und er ist es ja auch, vor dem unser Leben einmal Bestand haben soll.

Adventliches Fasten – Leben wie die Hirten von Betlehem


Seit alters her gilt der Advent als eine Fastenzeit. Die vielen schönen Adventsbräuche haben dies ein wenig verdeckt und den Advent zu einer wohligen vorweihnachtlichen Genusszeit gemacht. Im Hören auf die Worte des Apostels Paulus könnte es in diesem Jahr ein sehr aktuelles adventliches Fasten geben. Es könnte so aussehen: Ich mache mir neu bewusst, wie ich als Christin, als Christ leben will und in welchen Handlungen dies konkret wird. Wo lasse ich mich von den vielen großen Fragen und Zweifeln davon abhalten? Paulus sagt: »Ihr habt gelernt, wie ihr leben müsst, um Gott zu gefallen. Werdet darin noch vollkommener!« So nehme ich mir für diesen Advent vor, meine Überzeugungen wieder bewusst zu leben. Und vielleicht an mancher Stelle noch eine Schippe draufzulegen!

Weihnachten ist das Fest eines göttlichen Neuanfangs, mit dem keiner rechnen konnte, damals in Betlehem. Wer ihn als erstes wahrnahm, das waren die Hirten. Was waren sie anderes als Menschen, die schlicht, aber unbeirrt ihre Überzeugung lebten. Und den Weihnachtsstern entdeckten.

Fürbitten
Mit Liedversen aus GL 231 »O Heiland, reiß die Himmel auf« (Strophen 1,2,4,6)

Herr Jesus Christus, am Beginn dieser Adventszeit kommen wir zu dir. Wir bringen dir die Not und Finsternis so vieler Menschen in unserer Zeit und rufen wie so viele Christen vor uns zu dir:
O Heiland, reiß die Himmel auf!

Die Gemeinde singt:
O Heiland, reiß die Himmel auf, herab, herab vom Himmel lauf. Reiß ab vom Himmel Tor und Tür, reiß ab, wo Schloss und Riegel für.

– Das Leben so vieler Menschen hat nichts Himmlisches. Komm in die Not der Opfer von Krieg und Terror, von Ungerechtigkeit und Armut. Komm in die Verzweiflung der Menschen, die nicht mehr weiterwissen.

O Gott, ein Tau vom Himmel gieß, im Tau herab, o Heiland, fließ. Ihr Wolken brecht und regnet aus den König über Jakobs Haus.

– Deine Kirche soll der Ort sein, an dem die Menschen, die nach Hoffnung, Sinn und Ziel dürsten, lebendiges Wasser des Glaubens finden. Komm in deine Kirche, in der so vieles vertrocknet ist durch die Fehler und die Schuld ihrer Glieder, in der oft Angst und Resignation stärker sind als die Hoffnung und die Freude am Glauben.

Wo bleibst du, Trost der ganzen Welt, darauf sie all ihr Hoffnung stellt? O komm, ach komm vom höchsten Saal, komm, tröst uns hier im Jammertal.

– Ein Jammertal ist das Leben für unsere Kranken, für die Mitmenschen ohne Arbeit und Auskommen, für Menschen, die in Einsamkeit leben. Komm in ihr Leben und schenke neue Hoffnung. Stärke alle, die unseren Kranken und Leidenden zur Seite sind, im Beruf oder als Angehörige.

Hier leiden wir die größte Not, vor Augen steht der ewig Tod. Ach komm, führ uns mit starker Hand vom Elend zu dem Vaterland.

– Den Tod vor Augen haben unsere Schwerkranken und Sterbenden. Und alle, die um ihre verstorbenen Angehörigen trauern. Komm zu ihnen, stärke sie in der Gewissheit, dass unser Leben sein Ziel in dir findet, dem Gott des Lebens.

Herr Jesus Christus, komm! Dir sei Lobpreis und Ehre in Ewigkeit. Amen.

Stefan Möhler

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