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»Dienst am Wort«
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Einführung
Liebe Leserinnen und Leser,

»Werden Sie jetzt nie mehr predigen?« – hat mich eine Ministrantin nach meinem letzten Gemeindegottesdienst vor meiner Pensionierung gefragt. »Natürlich werde ich weiter predigen«, habe ich ihr gesagt, »aber nicht Sonntag für Sonntag, wie ich es hier in der Gemeinde getan habe!« Zwischen »nie mehr predigen« und »Sonntag für Sonntag predigen« liegt eine große Spanne. Meine künftige Predigttätigkeit wird irgendwo dazwischenliegen. Ich habe gerne gepredigt. Ich weiß, wie viel Vorbereitung und Anstrengung es braucht, bis eine ansprechende Predigt klar in den Gedanken und auf dem Papier ist.

Jeden Sonntag zu predigen, wird eine Lebensgewohnheit im besten Sinn und nicht nur das, es wurde mir auch zu einer theologischen und spirituellen Gewohnheit. Die Predigt vorbereiten heißt ja, die exegetischen Kommentare zu studieren, über die Relevanz des Textes oder eines Aspektes für heute nachzudenken und die Spur eines Gedankenganges festzulegen; auch die Bedeutung des Textes für den eigenen Glauben und die persönliche Spiritualität zu erwägen! Sich dem jede Woche zu stellen und zu unterziehen, ist wahrhaftig anstrengend, aber auch unglaublich inspirierend und nährend. Es ist schon so, dass der Anspruch von außen die Vorbereitung im Inneren prägt. Mal sehen, ob es eine Gewohnheit bleibt, die Texte des Sonntags so zu durchdringen, wie ich sie bei der Predigtvorbereitung durchdrungen habe.

Jeden Sonntag in derselben Gemeinde zu predigen, verbindet den Prediger ganz stark mit dem Glauben der Gemeinde und ihren Mitgliedern. Gemeindemitglieder stellen sich auf den Prediger ein und umgekehrt. Es gab viel Rückmeldung, oft gab es auch ein Zeugnis davon, welches Wort, welcher Satz einen Menschen erreicht hat oder einer Zuhörerin ins Herz gefallen ist; und gar nicht so selten brachte eine solche Rückmeldung den Prediger zum Weiterdenken und in eine weitere spirituelle Auseinandersetzung.

Sonntag für Sonntag zu predigen, hat noch einen Aspekt, auf den ich manchmal bauen musste: Die Gemeinde ist barmherzig, wenn die Predigt zwischendurch mal hausbacken, strohern oder kompliziert ist; die Gemeinde erlebt ja, dass es an anderen Sonntagen ganz anders ist – das entlastet sehr. Es muss und kann nicht jede Predigt ein besonderer Wurf sein!

Als wichtige Übung für meinen weiteren Weg habe ich mir vorgenommen, Predigt als Zuhörer wahrzunehmen und den Gottesdienst als Gemeindemitglied mitzufeiern, also ein Jahr lang die Seite zu wechseln und die andere Seite von Predigt und Gottesdienst mitzuerleben und zu reflektieren. Ich bin gespannt, wie es mir ergehen wird und ob ich genährt, vielleicht sogar beflügelt aus dem Gottesdienst wieder weggehe. Ich wünsche allen Predigerinnen und Predigern, dass die Menschen von ihrer Verkündigung genährt und beflügelt in ihren Alltag gehen.

Im Namen der Herausgeberschaft und des Verlags grüße ich Sie herzlich.
Anton Seeberger

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