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»Dienst am Wort«
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Einführung
Liebe Leserinnen und Leser,

wie in den vergangenen Jahren werden Herausgeber und Mitglieder des Beirates von »Dienst am Wort – Gedanken zur Sonntagspredigt« eine Predigtreihe zu den Evangelien der Fastensonntage anbieten. Christoph Schmitt, Mitglied des Beirats und federführend für dieses Projekt, stellt Ihnen im Folgenden die Reihe vor, damit Sie besser planen und diese besonders geprägte Zeit vorbereiten können.

Wir freuen uns heute schon, wenn Sie uns eine Rückmeldung zu diesem Themenvorschlag und dann zu den einzelnen Predigtentwürfen geben.

Herausgeber, Beirat und Verlag wünschen Ihnen einen guten Beginn des neuen Jahres und Gottes Segen auf allen Wegen in 2022.
Wolfgang Tripp

Vorschau auf die Predigtreihe zur Fastenzeit 2022

Die Erfahrung mit der Pandemie hat uns spüren lassen, wie viel verletzlicher wir als Einzelne und als moderne Gesellschaft sind, als es uns lieb ist. Sie legt offen, dass unsere Verletzlichkeit in uns Kräfte freisetzt, die zu solidarischem Handeln führt – und Kräfte entwickelt, sich mit rigiden Abwehrmustern zu schützen. Wie nimmt uns die Heilige Schrift bei dieser Wahrnehmung von Verletzlichkeit/Vulnerabilität an die Hand? Die Evangelien der Fastenzeit zeigen uns in unterschiedlicher Perspektive, wie Gott sich selbst in Jesus der Verletzlichkeit aussetzt. Für uns verletzliche Menschen kann so sichtbar werden, dass Gott nicht abseits der verwundbaren Menschen steht. Er macht uns Menschen auch nicht unverwundbar und nimmt nicht einfach die Verletzungen und Narben fort.

Mit Jesus macht Gott uns sensibel, im Hinhalten unseres Verletzlichseins ihn als Heiland entdecken zu können. Die fünf Fastensonntage stehen unter dem Leitgedanken:

Liebevoll statt übermächtig: Mit Jesus unserer Verletzlichkeit begegnen

»God suffers because God is vulnerable, and God is vulnerable because God loves – and it is love, not suffering or even vulnerability, that is finally the point.« (William C. Placher, Narratives of a Vulnerable God. Christ, Theology, and Scripture, 1994, S. 19) – »Gott leidet, weil Gott verletzlich ist, und Gott ist verletzlich, weil Gott liebt – und es ist Liebe, nicht Leiden oder gar Verletzlichkeit, um die es letztendlich geht.«

Erster Fastensonntag: Versuchung (Lk 4,1–13)
An Bedürfnissen wie Erhalt des leiblichen Daseins, Verwirklichung des Selbst und Selbsterhaltung entdeckt der Mensch seine Stärken und seine Schwächen. Sie bestimmen seine Beziehungen zu den Menschen, zu Gott und zu sich selbst. An der Gestaltung ihrer Befriedigung beweist sich der Mensch, ob er den Augenblick lebt oder sich einbettet in eine umfassende Existenz mit anderen und mit Gott.

Zweiter Fastensonntag: Verklärung (Lk 9,28b–36)
Religion und Bilder von Gott können Menschen Stabilität im Glauben geben – und als Impulse zum Aufbrechen wirken. Was aber ist, wenn sich ein Mensch dem Veränderungsanstoß Gottes weiterträumend entzieht, indem er sich in vermeintliche religiöse Sicherheiten flüchtet? Jesu Weg mit den Menschen und den Erfahrungen ihres Lebens braucht die schweigende Revision verfestigter Gottesbilder.

Dritter Fastensonntag: Wahrnehmungen in der Zeit der Entscheidung (Lk 13,1–9)
Gewalterfahrungen erschrecken. Sie provozieren Deutungen, um dieses beklemmende Gefühl mit einfachen Erklärmustern in den Griff zu bekommen. Brauche ich mich noch weiter darum zu kümmern, wenn es mich nicht betrifft? Oder lasse ich mir meine Verstrickung zeigen? Entscheidungen brauchen die Überwindung von ausweichenden Ent-Schuldigungs-Mustern und das Vertrauen, dass es mit Gott nie ein Zu-Spät-Kommen gibt.

Vierter Fastensonntag: Das Gleichnis vom Vater, seinen zwei Söhnen und einer nachspürenden Liebe (Lk 15,1–3.11–32)
Verhaltens- und Handlungsänderungen beginnen mit der Annahme der eigenen Lage. Wer für das eigene Tun einsteht, bleibt nicht weiter Opfer hier oder Täter da, sondern bringt sich in eine erneuerte Beziehung ein. Die Person des Vaters zeigt, dass aus der Annahme der Verletzung eine schöpferische Kraft entsteht. Sie kann die Unterbrechung oder auch den Abbruch von Beziehungen überwinden, wenn Verletzung und schöpferische Kraft angenommen werden.

Fünfter Fastensonntag: Der Umgang Jesu mit der Ehebrecherin (Joh 8,1–11)
Eine problematische Beziehung wird zum Rechtsfall. Die Anwendung von Rechtsnormen aus dem Besitzrecht ignoriert, dass es um den Menschen als Geschöpf geht. Der »Kasus« wird genutzt, den Fall Jesus zu klären und so verdoppelt sich die »Versachlichung« der Frau. Jesus entzieht sich dieser Haltung und setzt mit seiner Schlüsselfrage der »Ver-Sachlichung« eine notwendige Selbstbesinnung in Gang. Darin können die Beteiligten zu Selbst-Betroffenen werden, die in der eigenen Verletzlichkeit das Recht auf menschenwürdige Chancen des Neubeginns nachspüren.

Die Predigten eignen sich als Auslegung zu den einzelnen Sonntagen. Sie bilden aber auch eine Reihe, die durch die fünf Fastensonntage führt und als Kernstück für die in vielen Gemeinden üblich gewordenen »Fastenpredigten« denkbar sind. Als Begleiter durch die Woche gibt es zu jeder Predigt einen Impuls.
Christoph Schmitt
Wolfgang Tripp

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