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»Dienst am Wort«
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Leseprobe 2
Vierter Fastensonntag
Die große Lebenswende
Lesejahr B
Beitrag zur Lesung

Einführung


Sie wären nicht hier, wenn Ihnen der Sonntagsgottesdienst nicht wichtig wäre. Viele werden sogar sagen: Ohne Sonntagsgottesdienst ist für mich nicht Sonntag, wäre der Sonntag nur Werktag. Und manchem ist vielleicht erst durch eine Zeit der Krankheit oder durch die Corona-Einschränkungen der Sinn und Wert des Gemeindegottesdienstes neu aufgegangen – und die Freude, daran teilnehmen zu können.

Predigt

Zum Text: Eph 2,4–10 (2. Lesung)

Neu sehen …


Um ein Haar wäre es zu einem Unfall gekommen … Die meisten von uns kennen solche Momente, die einem nicht so schnell aus dem Sinn gehen: Es schießt mir durch den Kopf, was alles hätte passieren können; und es wird mir wieder so recht bewusst, was Glück, was Gesundheit, was Leben heißt. Ich nehme mir vor, wieder viel aufmerksamer und dankbarer zu sein, ja, ich weiß mich neu mit dem Leben beschenkt!

… was mir geschenkt ist!

Gott sei Dank sind es nicht nur solche Schrecksekunden, die einem die Augen öffnen für das eigentlich Wichtige und Kostbare – für das, was uns meist ohne unser Verdienst geschenkt ist. Der Sonntag, der Gottesdienst, (die Taufe heute1) ist eine Gelegenheit, innezuhalten und sich zu besinnen, was unser Leben trägt, ja was »Leben« heißt.

Wie oft sehen wir vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr, auch in unserem Christenleben. Man geht seinen Pflichten nach, will Erwartungen erfüllen, sieht, was alles noch zu tun ist; man engagiert sich hier und da, kommt in die Kirche, denkt schon wieder an den Montag …

Auf Christus getauft …

Die Worte aus dem Epheserbrief, die wir gehört haben, richten sich an Christen, deren Taufe schon länger zurückliegt und die auch schon in Gefahr sind, vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr zu sehen: vor lauter Alltagsproblemen die große Wende ihres Lebens aus dem Blick zu verlieren: »Ihr wart wie tot, aber Gott hat euch in seiner großen Liebe, mit der er uns geliebt hat, zusammen mit Christus lebendig gemacht … Er hat uns mit Christus Jesus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel gegeben …« (Eph 2,4–6).

… und mit ihm zum Leben erweckt!

Der auferstandene Christus, der den Tod überwunden hat, auf ihn sind wir getauft. Er ist das »Wasserzeichen« unseres Lebens, ja sogar der Welt im Ganzen! »Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird« (Joh 3,17) – darauf läuft das Evangelium hinaus. »Lobet den Herren … mit allen, die seine Verheißung bekamen« haben wir (vorher) gesungen (GL 392,5). Aber wir haben auch noch das harte Wort im Ohr: »Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet – wer nicht glaubt, ist schon gerichtet!« (Joh 3,18). Wie sollen wir das verstehen? Es ist kein Wort gegen Andersgläubige oder gegen Skeptiker und Zweifler, auch nicht gegen Menschen, die nicht glauben können. Es spricht wohl von dem dunklen Geheimnis, dass ein Leben ohne Hoffnung und ohne Vertrauen in die Verheißung Gottes sichselber das Urteil spricht. Und ist es nicht wahr: Wer ohne Hoffnung und Gottvertrauen lebt, ist dazu verurteilt, gnadenlos mit sich selber umzugehen.

Nichts kann uns scheiden von der Liebe Gottes


Die entscheidende Antwort gibt der Apostel Paulus in der wunderbaren Stelle des Römerbriefs: »Ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten … können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn!« (Röm 8,38).

(In diese unzertrennliche Verbindung mit Jesus Christus wird N. N. jetzt »hineingetauft«. Und seine Taufe soll auch uns wieder bewusstmachen, was uns in unserer Taufe zugesagt und geschenkt ist!).

Fürbitten
Jesus Christus, der du unser Fürsprecher und Anwalt beim Vater bist, zu dir rufen wir und bitten:

- Dass die Botschaft des Evangeliums die Herzen der Menschen erreicht.
(GL 373 »Du bist Licht und du bist Leben, Christus unsere Zuversicht«)
- Dass in den Krisen und Konflikten unserer Welt der Wille zur Verständigung und zum Frieden die Menschen verbindet.
- Dass die Frauen und Männer in öffentlichen Ämtern für ihren Auftrag Kraft und Orientierung finden aus deinem Geist.
- Dass die durch Krankheit und Leid aus der Bahn Geworfenen Stütze und Trost erfahren können im Glauben und in der Gemeinde.
- Dass die Feier deines Todes und deiner Auferstehung uns als Kirche zusammenhält.
- Dass das Sakrament der Taufe dem Leben von N. N. Fundament und Richtung gibt.

Du bist Licht und du bist Leben, Christus, unsere Zuversicht! Durch dich preisen wir Gott den Vater im Heiligen Geist. Amen.

Anmerkung
1 Diese Predigt wurde ursprünglich in einer Sonntagsmesse mit Tauffeier gehalten.

Thomas Keller

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