Dienst am Wort – Startseite
Startseite » Aktuelle Ausgabe » Leseprobe 2
Titelcover der aktuelle Ausgabe 4/2020 – klicken Sie für eine größere Ansicht
Die Inhalte
der Zeitschrift
»Dienst am Wort«
Herausgeber
Unsere Autoren
Leseprobe 2
Pfingstsonntag
Der Heilige Geist – ein guter Ratgeber
Lesejahr A - B - C
Beitrag zur Lesung

Einführung

Pfingsten ist nicht nur das Fest, das davon erzählt, dass die Jünger vom Heiligen Geist erfüllt worden sind. Und es ist nicht nur das Fest, das davon erzählt, wie die Jünger nach draußen gegangen sind. Es ist vor allem auch das Fest, das davon erzählt, dass der Heilige Geist Menschen in Bewegung setzt, zu einer Offenheit anregt, die vorher nicht da zu sein schien, und sie ermutigt, mit ihrem Glauben nicht nur bei sich zu bleiben. Das Pfingstfest heute ist die Einladung, um den Heiligen Geist zu beten und darauf zu achten, was er heute, hier und jetzt in uns, bei jedem und jeder von Ihnen, bewegen, öffnen und ermutigen möchte.

Predigt


Zum Text: Apg 2,1–11 (1. Lesung)

Angst ist unser ständiger Begleiter, aber ein schlechter Ratgeber

Angst ist ein schlechter Ratgeber. Das ist keine große Weisheit und auch keine neue Einsicht, aber eine Einsicht, die uns unser Leben, unser Glauben und unser Hoffen lang begleiten sollte.

Ängste und Sorgen – Sorgen sind in gewisser Weise nur eine gewisse Art von Angst – begleiten uns in vielfältiger Weise unser ganzes Leben lang.

Wir machen uns Sorgen und haben Angst vor dem, was wir nicht kennen, vor dem, was wir nicht berechnen können, vor Veränderungen und vor dem, was wir nicht in der Hand haben.

Angst und Sorge vor Krieg, vor Fremden, vor der Zukunft des Klimas, vor Veränderungen in unserer Kirche oder keiner Veränderung in unserer Kirche, vor antidemokratischen politischen Veränderungen und so weiter. Diese Liste könnte man einfach so weiterführen.

Und diese Ängste sind nicht immer gleich die großen gesellschaftlichen, sondern beginnen im ganz Persönlichen. Viele von Ihnen kennen das: wenn man zum Beispiel Kinder hat. Die Sorgen und Ängste beginnen schon mit der Schwangerschaft und hören oft nie wieder auf. Oder bei sich selbst oder anderen in unserer Umgebung: Sorge und Angst um die Gesundheit oder vor allem auch die Sorge und Angst vor dem Tod. Dem eigenen oder dem eines lieben Menschen.

Nochmals: Wir haben vor allem oft Angst vor Veränderung oder vor dem Fremden, dem, was wir nicht kennen und nicht abschätzen können. Horchen Sie einmal in sich hinein. Diese Ängste dürfen wir niemals unterschätzen. Überlegen Sie bitte einmal, wann Sie sich zum letzten Mal Sorgen über irgendetwas oder irgendjemand gemacht haben oder vielleicht sogar wirklich Angst gehabt haben. (Kurze Bedenkzeit)

Sorgen und Ängste sind normal, aber: Fürchtet euch nicht!

Sorgen und Ängste sind nichts pauschal Schlechtes, denn sie lassen uns wachsam sein, sie zeigen uns oft an, wo wir aufpassen müssen, aber wir sollten uns nie davon kontrollieren und beraten lassen.

Papst Benedikt hat in einer Meditation einmal davon geschrieben, dass, wenn ein Kind allein im Wald ist und man ihm auch hundertmal gesagt hatte: In diesem Wald ist nichts Böses, es trotzdem Angst bekommen wird. Angst vor dem Alleinsein. Angst vor der einbrechenden Dunkelheit. Angst vor jedem Geräusch.

Aber was könnte diese Angst vertreiben? Nur eine menschliche Stimme oder die Hand eines lieben Menschen.

Wie oft hören wir in den Evangelien in der Advents- und Weihnachtszeit, aber auch durch das Jahr hindurch und in den Osterevangelien der vergangenen Wochen die Worte: Fürchtet euch nicht, habt keine Angst, ich bin es …

Der Heilige Geist als guter Ratgeber

Was wäre, wenn Pfingsten das dezidierte Fest gegen diese Angst und Sorge wäre, die tief in uns sitzt? Was wäre, wenn gerade der Heilige Geist als Begleiter und Bestärker entgegen dieser Ängste und Sorgen für Glauben und Vertrauen einträte?

Was wäre, wenn wir dieses ängstliche Kind sind? Wenn wir manchmal im Leben und Glauben, aber auch in unserer Kirche diese ängstlichen Jünger sind, die sich zusammen aus Angst und Sorge heraus hinter verschlossenen Türen verschanzen?

Was wäre, wenn es an uns ist, immer wieder diesen Heiligen Geist zu suchen und um ihn zu beten, der uns die Angst nimmt. Der flüstert: Fürchte dich nicht, ich bin bei dir. Der uns hilft, im Vertrauen und Glauben auf andere Menschen zuzugehen. Auch wenn sie vielleicht so fremd sind wie die Menschen, die die Jünger reden hörten?

Was wäre, wenn wir als glaubende, hoffende und liebende Christen und Christinnen, durch das Beispiel des heutigen Festes, weder Angst noch Sorge oder Furcht vor dem Leben oder vor dem Tod verspüren würden, sondern Vertrauen. Vertrauen, dass Gott es gut mit uns meint, egal, was auch passiert.

Angst ist ein schlechter Ratgeber, das ist völlig klar. Vielleicht können Sie in der kommenden Woche einmal darauf achten, wann Sie Angst und Sorge verspüren und an welcher Stelle Sie dann vielleicht nicht die Angst, sondern den Heiligen Geist als Ratgeber hinzuziehen.

Fürbitten
Wir sind im Heiligen Geist versammelt und feiern in Freude, Zuversicht und Dankbarkeit Pfingsten. So bitten wir Gott aus ganzem Herzen um die Gaben seines Geistes:

- Um den Geist der Weisheit: für alle, die ihren Weg im Glauben und Leben suchen, und für alle Christinnen und Christen, die die Einheit der Kirche suchen und leben.
(GL 312/2 »Sende aus deinen Geist«)
- Um den Geist des Rates: für alle, die anderen in Wort und Tat helfen, und für alle, die junge Menschen in der Schule und im Studium begleiten.
- Um den Geist des Vertrauens: für alle, die sich mit ihren Charismen und Gaben in die Kirche einbringen, und für alle, die die frohe Botschaft verkünden.
- Um den Geist der Stärke: für alle Menschen, die krank, traurig,ängstlich oder ohne Hoffnung sind, und für alle, die sie begleiten und ihnen beistehen.

Gott, du sendest uns deinen Heiligen Geist, denn du weißt, was wir brauchen. Darum bitten wir dich und danken dir durch Jesus Christus, heute, alle Tage unseres Lebens und bis in Ewigkeit.
Amen.

Wolfgang Metz

Zurück zur Startseite

pastoral.de


Das bewährte
BasisProgramm
auf CD-ROM


pastoral.de - BasisProgramm

oder jetzt ganz neu

Die neue
Web-Plattform
im Browser


pastoral.de - Web-Plattform

Vergleichen Sie hier

Anzeigen
Mit Anzeigen und Inseraten erreichen Sie Ihre Zielgruppe. Anzeige aufgeben

Unsere neue Dienstleistung für Verlage, die Ihr Abogeschäft in gute Hände geben wollen.


aboservice

mehr
Informationen



Dienst am Wort
Telefon: +49 (0) 711 44 06-134 · Fax: +49 (0) 711 44 06-138
Senefelderstraße 12 · D-73760 Ostfildern
Kontakt | Sitemap | AGB | Widerruf | Datenschutz | Impressum