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»Dienst am Wort«
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Leseprobe 1
Karfreitag
Schaut auf das Kreuz
Lesejahr A – B – C
Beitrag zum Evangelium

Liedvorschläge
Nach der Lesung
GL 292 »Fürwahr, er trug unsre Krankheit«
Nach der Leidensgeschichte
GL 288 »Hört das Lied der finstern Nacht« oder
GL 291 »Holz auf Jesu Schultern«
Zur Kreuzverehrung
GL 308,3 »Seht das Holz des Kreuzes, an dem der Herr gehangen«
GL 294 »O du hochheilig Kreuze«
GL 289 »O Haupt voll Blut und Wunden«
GL 299 »Der König siegt, sein Banner glänzt«
Gesang vor der Kommunion
GL 498,2.4 »Hier ist das wahre Osterlamm«
Dankhymnus
GL 297 »Wir danken dir, Herr Jesu Christ« oder
GL 765,1–3 (Diözesanteil Köln) »Heilges Kreuz, so hoch begnadet«

Einzug

Still – Prostratio
Priester und Messdiener legen sich auf den Boden und verweilen einen Augenblick.

Gebet
Gedenke, Gott, was du in deinem Sohn für uns getan hast.
Durch sein Leiden und Sterben und durch seine Auferstehung hast du in unsere Welt unzerstörbar das Leben eingepflanzt.
Auch wenn wir wie dein Sohn immer noch an dieser Welt leiden, ist sein Sterben und Auferstehen unser Trost und unsere Hoffnung.
Für uns hat er sein Blut vergossen und das österliche Geheimnis eingesetzt, der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit.

Einstimmung

Als Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl gefeiert hat, geht er hinaus in den Öl-Garten, nach Getsemane, um dort zu beten. Er wirft sich auf die Erde nieder und betet. Dieses Niederwerfen haben wir – Messdiener und Priester – nachgeahmt. Gott berührt diese Erde durch Jesus Christus mit seinem ganzen Körper. Er geht den Weg um unserer Erde willen, die getränkt ist von Blut und Tränen.
Gott berührt in Getsemane diese Erde, die uns doch Heimat sein will, in der wir Liebe erfahren und nicht nur Verrat, Versöhnung und nicht nur Streit, Treue und nicht nur Verlassenheit.
Im Namen Gottes entzieht Jesus dieser Erde, die von Blut und Tränen getränkt ist, nicht die Liebe.

Vorüberlegungen

Zum Text: Joh 18,1 – 19,42 (Evangelium)

Der schweigende Einzug aller Liturgen und Messdiener und das Niederlegen auf den Boden für 1–2 Minuten haben mich immer sehr beeindruckt.
Nur an Karfreitag gibt es diesen Ritus. Er hat mich zu der Einleitung und zu der Predigt angeregt. Wir vollziehen eine Bewegung rituell nach, die Gott für uns getan hat: nicht nur Mensch zu werden, sondern sich hineinzugeben in die Zerrissenheit dieser Welt. Unser Kreuzweg betrachtet, dass Jesus dreimal unter dem Kreuz am Boden lag.
Nur die Leidensgeschichte nach Johannes erwähnt, dass vier Frauen aus der Jüngerschaft Jesu nahe beim Kreuz standen. Bei den anderen Evangelien schauen die Frauen von Ferne zu.
Nahe beim Kreuz sind auch die vier Soldaten, die sich vom Leiden Jesu und der anderen Gekreuzigten nicht anrühren lassen, sondern teilnahmslos die Gewänder Jesu unter sich verteilen.
Zwei verschiedene Menschentypen stellt Johannes nebeneinander und hält uns Heutigen den Spiegel vor: Menschen, die das Leid anderer nicht anrührt, die ihren Alltag und ihr Denken nicht verändern. Und Menschen, die nicht wegsehen, die nicht das Leiden verhindern können, aber einfach da sind und nicht weglaufen oder verdrängen.
Beide Aspekte, die Prostratio und die verschiedenen Menschengruppen beim Kreuz Jesu haben mich zu der kurzen Predigt angeregt. Die Predigt fällt kurz aus, weil die Liturgie ihre eigenen starken Momente hat und schon recht lange dauert.

Predigt

Die Leidensgeschichte stellt uns zu den Frauen unter dem Kreuz, nicht nur als Zuschauer, sondern als Mitleidende. Eine Zumutung ist das. Es ist anstrengend, die Kreuze auszuhalten, die Menschen erleiden – damals wie heute. Und es erschrickt uns: Die abgehärtete Brutalität der Soldaten damals steht der heutigen unvorstellbaren Brutalität von Menschen in nichts nach. Da wir keine Gaffer sind, sondern uns anrühren lassen – von der Leidensgeschichte Jesu wie auch von den Leidensgeschichten vieler Menschen heute –, fällt es uns schwer, die Realität auszuhalten.
Die nackten Körper der Gekreuzigten werden schamlos den Blicken der Vorübergehenden ausgesetzt. Ich, Sie, wir wollen die zerrissenen Körper der Menschen nach Attentaten nicht mehr sehen, die ausgemergelten, verhungernden Menschen in Jemen, Sudan, Nigeria, den Flüchtlingslagern im Nahen Osten, in Afrika oder sonst auf der Erde. Dennoch wird gleich gesagt und sogar gesungen: Seht das Holz des Kreuzes. Und als besondere Zumutung wird hinzugefügt: Kommt, lasset uns anbeten.

Im Kreuz Jesu berührt Gott unsere Welt bis in die Tiefe hinein


Wir sind gegen das Kreuz. Da stimmen wir mit Jesus überein. Er wollte nicht sterben. Er wollte nicht ans Kreuz. Er wollte aufrichten, lebendig machen. Er war nicht in den Tod verliebt, sondern in das Leben. Steh auf und lebe – wie oft hat er Menschen dazu ermutigt, geheilt, Sünden vergeben. Das alles im Namen Gottes, den er Vater nannte.
Als er den Himmel verließ und auf unsere Erde kam, hat er sich nicht nur die Sonnenseiten des Lebens ausgesucht. Er ist hineingegangen auch in die Welt des Hasses, der Unversöhnlichkeit, der Machterhaltung. Er hat unsere Erde bis in die dunklen Seiten hinein berührt und erlitten, zu denen Menschen fähig sind und die die Opfer erleiden müssen.
Er hat all diese Dunkelheit mit ans Kreuz genommen. Und sie Gott, seinem und unserem Vater, hingehalten. Und der hat sie in Auferstehung verwandelt.

Im Kreuz Jesu erkennen wir Gott

Die Liturgie weist uns gleich hin auf das Holz des Kreuzes, ergänzt aber als Hoffnungslied: an dem das Heil der Welt gehangen. Und deshalb: Kommt lasset uns anbeten. Nicht das Kreuz, oder besser die Kreuze, beten wir an, sondern das Heil der Welt.
Warum sollen wir hinschauen auf das Kreuz? Um zu sehen, was das Leben kaputt macht. Was das Leben zerstört.
Und mitten in dieser Wirklichkeit ist Gott zu finden. Unser Schrei gegen Tod und Terror und Hassbotschaften und Brutalität verhallt nicht in der Dunkelheit der Nacht. Wir schauen auf den Gott, der den Tod wandelt, der geschundenes Leben erneuert und in Auferstehung verwandelt.
Wir schauen auf das Kreuz, das uns ruft zur Umkehr und zum Vertrauen in Gott.
Unser Karfreitag gibt dem Kreuz Jesu die Ehre, damit wir angesichts der Kreuze in unserem Leben und im Leben anderer die Hoffnung nicht verlieren: Durch das Kreuz Jesu wissen wir: Gott gibt unsere Erde nicht auf. Im Kreuz ist Heil! Im Kreuz ist Leben! Im Kreuz ist Hoffnung!

Große Fürbitten

Kreuzverehrung
Das Kreuz wird jetzt in unsere Mitte getragen: Seht das Holz des Kreuzes, an dem der Herr gehangen, das Heil der Welt. Es ist der Wendepunkt unserer Geschichte. Kommt, lasset uns anbeten.

GL 308/3 »Seht das Holz des Kreuzes, an dem der Herr gehangen«

Kommen Sie zum Kreuz. Nehmen Sie den Weg zum Kreuz in aller Stille als ein Gleichnis für Ihre Lebenspilgerschaft. Nehmen Sie sich mit, und die Menschen, an die Sie sich gebunden haben. Die Verehrung des Kreuzes ist ein Zeichen der Dankbarkeit oder der Bitte: Bleib mit deiner Gnade bei uns.

Schlussgebet

Ewiger, allmächtiger Gott, groß in deiner Liebe zu uns.
Denn durch den Tod und die Auferstehung deines Sohnes hast du uns neues Leben geschenkt.
Bewahre in uns, was deine Barmherzigkeit gewirkt hat. Lass uns darauf vertrauen, dass niemand uns deiner Liebe und Macht entreißen kann.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus.

Segen
Messbuch

Große Fürbitten
L: Lasst uns beten, Schwestern und Brüder, für die Kirche Gottes: dass sie zur Versöhnung, zum Frieden und zur Gerechtigkeit in dieser zerrissenen Welt beitrage und für Gottes Barmherzigkeit im Reden, Denken und Tun Zeugnis ablege.

GL 632/1 »Erhöre uns, Herr«

P: Treuer Gott und Vater, du hast deinen gekreuzigten Sohn auferweckt. Nimm dich deiner Kirche an und erneuere sie. Lass sie aufleben durch deinen Geist. So bitten wir durch Jesus Christus, unsern Bruder und Herrn. Amen.

L: Lasst uns beten für unseren Papst Franziskus, für unseren Bischof N.N., für Bischöfe, Priester und Diakone, für die Ordensbrüder und Ordensschwestern, für alle Männer und Frauen in der Verkündigung. Wir bitten um Freude und Zuversicht aus der Berufung durch Gott.

GL 632/1 »Erhöre uns, Herr«

P: Du schöpferischer Gott, durch deinen Geist weckst du in deiner Kirche viele Charismen und rufst Menschen in deinen Dienst. Weise den rechten Weg für die Leitung und den Aufbau deiner Kirche in unserem (Erz-)Bistum und unseren Gemeinden. So bitten wir durch Jesus Christus, unsern Bruder und Herrn. Amen.

L: Lasst uns beten für alle Seelsorger und Mitarbeiter der Kirche. Für diejenigen, die nach neuen Wegen suchen, das Wort Gottes zu verkünden. Aber auch für die Entmutigten und Enttäuschten, die die erste Liebe ihrer Berufung nicht mehr spüren.

GL 632/1 »Erhöre uns, Herr«

P: Ewiger Gott, durch deine Kirche erklingt dein Wort heute undüberall. Stärke unsere Zuversicht, dass du mit deiner Kirche unterwegs bist, auch heute. So bitten wir durch Jesus Christus, unsern Bruder und Herrn. Amen.

L: Lasst uns beten für alle, die den Glauben verloren haben. Lasst uns auch beten für alle, die den Glauben suchen und die sich auf die Taufe oder die Wiederaufnahme in die Kirche vorbereiten. Lasst uns auch beten für die Kommunionkinder (die Firmlinge) und ihre Familien.

GL 632/1 »Erhöre uns, Herr«

P: Ewiger und menschennaher Gott, komm du den Menschen nahe. Öffne du ihnen das Ohr für dein Wort und das Herz für deine Gaben. Wir allein vermögen nicht viel. Sei du das Licht für die Suchenden und Angefochtenen. So beten wir durch Christus, unsern Bruder und Herrn. Amen.

L: Lasst uns beten für die ganze Christenheit, für unsere evangelischen und orthodoxen Brüder und Schwestern, dass wir hören und annehmen, was wir einander zu geben haben, und beherzt den Weg zur größeren Einheit gehen.

GL 632/1 »Erhöre uns, Herr«

P: Gott, der du Gemeinschaft und Einheit stiftest, erbarme dich der Christenheit, die geheiligt ist durch die eine Taufe. Hilf uns, Spaltung und Angst zu überwinden durch Jesus, der am Kreuz Versöhnung gestiftet hat. So bitten wir durch Jesus Christus, unsern Bruder und Herrn. Amen.

L: Lasst uns beten für die Juden, die unsere älteren Geschwister im Glauben sind. Ihre Psalmen sind unsere Lieder. Die Verheißungen ihrer Propheten sehen wir in Jesus Christus erfüllt. Lass die Schritte der Versöhnung zwischen Christen und Juden stärker wirken als altes Misstrauen.

GL 632/1 »Erhöre uns, Herr«

P: Ewiger und treuer Gott, du hast Abraham und seinen Nachkommen deine Verheißungen gegeben. Erhöre unser Gebet für das Volk, das du als erstes zu deinem Eigentum erwählt hast. Lass es zur Fülle der Erlösung gelangen. Lass die Kräfte des Friedens mächtig werden im Lande Jesu. So bitten wir durch Jesus Christus, unsern Bruder und Herrn. Amen.

L: Lasst uns beten für die Menschen, die auch in diesen Tagen unter Gewalt und Terror zu leiden haben im Nahen Osten, in Afrika und hier in Europa. Lasst uns beten für die Christen in den Ländern, in denen sie Angst um ihr Leben haben.

GL 632/1 »Erhöre uns, Herr«

P: Menschenfreundlicher Gott, im Blick auf das Leiden deines Sohnes bitten wir dich: Lass die Würde des Menschen nicht zugrunde gehen in dieser Welt. Sende deinen belebenden Geist, damit die Zeit des Brudermordes ein Ende nehme. So bitten wir durch Christus, unsern Bruder und Herrn. Amen.

L: Lasst uns beten für alle, die der Hilfe bedürfen. Wir beten um Heilung der Kranken. Wir beten für die Pflegebedürftigen (in unserem Altenheim N.N.) und in allen Altenheimen unserer Gemeinde. Lasst uns beten für die Pflegekräfte und für alle, die Familienangehörige zuhause pflegen.

GL 632/1 »Erhöre uns, Herr«

P: Guter Gott, du Kraft der Leidenden, du Anwalt der Armen, höre auf alle, die in ihrer Bedrängnis zu dir rufen, und lass sie deine Nähe und Hilfe erfahren. So bitten wir durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

L: Lasst uns beten für unsere Familien und für die Paare, die sich auf die Hochzeit vorbereiten. Wir beten um ein Leben in lebenslanger Treue und Liebe. Und wir bitten um Zusammenhalt zwischen den Generationen.

GL 632/1 »Erhöre uns, Herr«

P: Unbeirrbar treuer Gott, dich rufen wir an für unsere Familien und Ehen. Die lebenslange Treue ist gefährdet und scheitert oft. Lass Versöhnung gelingen und einen guten Neubeginn. Du hast deinen Bund mit uns geschlossen durch Jesus Christus, unsern Bruder und Herrn. Amen.

L: Lasst uns beten für unsere Verstorbenen. Besonders beten wir für diejenigen, die durch ein Unglück oder durch Terror aus dem Leben gerissen wurden. Nicht für den Tod hast du sie geschaffen, sondern damit sie Leben finden in dir.

GL 632/1 »Erhöre uns, Herr«

P: Ewiger Gott, wir bitten dich, schenke unseren Verstorbenen deine Herrlichkeit und deine Zukunft. Tröste alle, die um einen Menschen trauern. Darum bitten wir durch Christus, unsern Bruder und Herrn, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.

Karl-Heinz Sülzenfuß

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