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»Dienst am Wort«
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Leseprobe 3
33. Sonntag im Jahreskreis
Verheißung ist mehr als Vertrösten
Lesejahr B
Beitrag zur Lesung

Einführung

Drangsal des Lebens. Wir kommen mit der Mühsal und unseren Fragen in den Gottesdienst. Was lässt sie uns aushalten? Was wird sein, wenn wir sie durchgestanden haben? Gibt uns unser Glaube eine Antwort oder vertröstet er nur? – Bitten wir in diesem Gottesdienst um Hoffnung, die das Dunkle erleuchtet. Bekennen wir uns zum Glauben an die Auferstehung, die dem Leben den Sieg über Tod und Unrecht verheißt. Stärken wir unser Vertrauen in Gott in der Gemeinschaft der Glaubenden.

Predigt


Zum Text: Dan 12,1–3 (1. Lesung)

Worauf hoffen wir am Ende der Zeiten? Wird die Erde untergehen? Werden Sünder und Fromme das gleiche Schicksal erleiden? Lohnt es sich, im Hier und Jetzt nach Gottes Weisung zu leben, wenn doch die, die Unrecht tun, oft ein viel angenehmeres Leben führen können und als Sieger gelten? Macht es Sinn, andere Menschen zum Glauben an einen gerechten Gott zu bewegen, wenn sich Gerechtigkeit nur schwer durchsetzen kann?

Fragen, auf die wir kaum eine Antwort wissen, selbst wenn wir sie nicht erst am Ende unseres Lebens stellen. Sie drängen sich auf angesichts einer Welt, in der oftmals Unrecht und Ungerechtigkeit das Sagen haben. Eine Antwort fällt auch schwer, weil ich dieses Schwarz-Weiß-Denken nicht glauben will: hier die Frommen, dort die Sünder; hier die Gerechten, dort die Ungerechten; hier die Geretteten, dort die Verlorenen… Zu welcher Gruppe würde ich denn gehören? Und: Hat man nicht genau mit diesem Schwarz-Weiß-Denken und mit der Angst vor der Verdammnis Jahrhundertelang ein übles Spiel gespielt?

Schon damals


… dürften die Menschen dem Propheten widersprochen haben, wenn er solche Stereotypen behauptet. Die großen Königshäuser und Herrschaftsdynastien waren untergegangen – die üblen wie auch die, die dem Gott Israels vertrauten. Die Reiche dieser Welt haben keinen Bestand. Die Gräuel der Kriege wachsen ins Unermessliche und sind nicht mehr zu ertragen. Lieber geht die Welt unter, als dass sich diese Schrecken noch ins Unendliche steigern. Lieber geht die Welt unter, als dass Täter weiterleben dürfen und Opfer weiterleben müssen. Und wenn wir schon keine Strafe mehr verhängen können, dann sollen sie sich wenigstens vor Gott verantworten müssen. Was kann ein Prophet auf solche Fragen und Gedanken antworten?

Die Realitäten benennen


Der Prophet Daniel benennt in der ganzen Härte das Gottlose, das Zerstörerische und das Lebenswidrige im Schwarz-Weiß-Denken. Das macht es deutlich. Niemand kann mehr ausweichen, kann so tun, als ob man nichts gewusst und nichts geahnt hätte, weil die Dinge beim Namen genannt werden. Es ist Schubladendenken – ja! Und das klingt einfach und das macht es so gefährlich. Manchmal aber braucht es Schubladen, die eindeutig zuordnen: gerade dann, wenn Grenzen überschritten wurden und werden.

Eine Vertröstung auf das Jenseits?


Dann erzählt der Prophet Daniel von der Königsherrschaft Gottes, die dauerhaft sein wird und die dem Menschensohn übertragen wird. Er erzählt von der Rettung derer, die an Gott glauben. Wenn wir hier schon keine Gerechtigkeit herstellen können, dann wird Gott am Ende der Zeiten richten. Das mag wie eine Vertröstung auf das Jenseits klingen. In gewissem Sinne ist eine solche Vertröstung dann eine Antwort, wenn wir an unüberwindbare Grenzen stoßen. Wir brauchen diese Vertröstung als Hoffnung, weil ein Jenseits verheißt, dass es besser werden kann als die Realität, die wir aushalten müssen. Deshalb dürfen wir nicht aufgeben, für eine bessere Welt zu kämpfen und den Glauben daran zu bewahren. Wir können sozusagen das Jenseits in die Gegenwart holen und damit ein anderes, ein menschenzugewandtes Handeln begründen, gerade dort, wo man denkt, dass es nicht mehr möglich sein kann. Das ist unsere Hoffnung.

Verheißung auf Auferweckung ist mehr als Vertrösten

Doch der Prophet geht noch weiter: Er erzählt den Menschen die Hoffnung auf Auferstehung, auf die Rettung durch Gott, auf das ewige Leben. Er erzählt vom Glanz dieser Ewigkeit, die wie die Sterne dauerhaft leuchten wird. Ja, die Gerechten selbst werden zu ewig leuchtenden Sternen. Die Herrschaft Gottes, die bleibender ist als die der Weltmächte, wird zu Gerechtigkeit führen. An seiner Gerechtigkeit müssen sich alle messen und richten lassen, die Verstorbenen und die Lebenden. Sie überdauert die Geschichte, sie geht über die Grenzen der Völker hinaus, sie bringt eine menschenwürdige Zukunft. Ist das nicht doch wieder ein billiges Vertrösten? Der biblische Text spricht von einem Erwachen, das alle Menschen, die guten und die schlechten, betrifft. Die einen erwachen zum ewigen Leben, die anderen zur Schmach. Manchmal haben wir eine Ahnung davon, wie abscheulich Menschen handeln können, wie sie andere schmachvoll behandeln und dadurch selbst als Schänder bezeichnet werden müssen. Wir können manchmal das Schlechte klarer benennen als das Gute. Und so fragt uns dieser Text auch an, wann, wodurch und in welcher Gestalt wir zum ewigen Leben erwachen. Wenn Auferweckung nicht nur Vertrösten sein soll, dann gilt es, schon jetzt mit offenen Augen unterwegs zu sein und gut zu handeln. Dann ist unser Agieren verständig und in der Weise, dass es bleibenden Bestand haben wird. Unser Denken dient dem Menschen und fördert das Gute. Unser Verstand erleuchtet das Dunkle und bringt Unrecht ans Tageslicht. Unsere Hoffnung ist stärker als Unglaube. Wenn Auferweckung schon jetzt auf menschliche Weise erfahrbar wird, dann ist sie mehr als ein billiger Trost. Dann ist Auferweckung reale Verheißung. Dann ist Gottes Reich schon jetzt Wirklichkeit.

Fürbitten

Gerechter und treuer Gott, manchmal verstehen wir die Welt nicht mehr. Zu stark ist das Unrecht, zu stark die Not, zu abscheulich die Gewalt, mit der Menschen einander zerstören. Deine Herrschaft bringt bleibende Gerechtigkeit. Deine Macht ist barmherzig. Im Vertrauen darauf rufen wir zu dir:

- Lass unsere Kirche ein Ort sein, wo Hoffnung kraftvoll und menschenzugewandt verkündet, gelebt und erfahren wird.
- Erleuchte die Regierenden mit Verstand und hilf ihnen, ohne Unterlass der Gerechtigkeit und den Menschen zu dienen.
- Erhöre die Klage der Bedrängten und geh mit ihnen, wenn der Weg in ein gutes Leben verschlossen ist.
- Bewahre die, die Unrecht tun, vor Selbstgerechtigkeit und weise ihnen den Weg zur Menschlichkeit.
- Erfülle die Sterbenden mit Hoffnung auf Vollendung ihres Lebens und nimm sie auf in dein ewiges Reich.

Lebendiger Gott, in dir und durch dich siegt das Leben über den Tod, Gerechtigkeit über Ungerechtigkeit. Du schenkst uns Hoffnung, die unsere Angst und Ohnmacht überwindet durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Barbara Janz-Spaeth

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