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»Dienst am Wort«
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Leseprobe 3
19. Sonntag im Jahreskreis
Der Mensch mit Leib und Seele braucht Nahrung
Lesejahr B
Beitrag zum Evangelium

Einführung

Im Glauben sind und bleiben wir Gott-Suchende. Aber als Christen orientieren wir uns an dem, der seinen Ursprung in Gott, der Quelle des Lebens, hat: Jesus Christus. Er hat in innigster Vertrautheit mit dem Geheimnis Gottes gelebt. Mit ihm ist uns der gegeben, der uns auf unserem Weg als Brot des Lebens nähren kann. Jetzt dürfen wir ihn erfahren als das Brot, als die Kraft, die uns am Leben hält.

Kyrie-Ruf
GL 164 »Der in seinem Wort uns hält«

Tagesgebet

Messbuch – 19. Sonntag im Jahreskreis

Liedvorschläge

Gesang zur Eröffnung
GL 484,1–3 »Dank sei dir, Vater, für das ewige Leben«
Antwortgesang mit Ruf vor dem Evangelium
GL 629/1 »Du führst mich hinaus ins Weite« mit Versen aus Psalm 18
und GL 174/3 »Halleluja«
Gesang zur Gabenbereitung
GL 186 »Was uns die Erde Gutes spendet«
Gesang zur Kommunion
GL 210 »Das Weizenkorn muss sterben«
Dankhymnus/Schlusslied
GL 366 »Jesus Christus, guter Hirte« oder
GL 878,1–2.6 (Diözesanteil Freiburg und Rottenburg-Stuttgart) »Lobe,
Zion deinen Hirten«

Vorüberlegungen

Zum Text: Joh 6,41–51 (Evangelium)


Auffällig für diesen Evangelienabschnitt sind sein Anfangs- und Schlussvers, in dem die murrenden Zuhörer auftreten. Es wird deutlich, dass Jesus seine Aussagen vor einem zweifelnden und ungläubigen Publikum macht. Das Murren der Hörer bereitet den Höhepunkt der Heilsoffenbarung vor. Wenn der Evangelist Johannes diese Worte in der harten Luft des Widerspruchs von Seiten der Juden gesprochen sein lässt, sollten auch wir damit rechnen, dass diese Worte, wenn sie bei uns heute in der Verkündigung laut werden, auf Widerspruch stoßen. In der heutigen Zeit gibt es kaum jemanden, der nicht alles, was vom Evangelium her gesagt wird, vor das scharfe Auge seines kritischen Verstandes holt und es von seiner eigenen Einsicht her zu beurteilen versucht. Aber wenn einer wirklich glauben will, dann muss er bereit sein, sich führen zu lassen von den Gedanken und Worten Gottes.

Ein zweiter wichtiger Gedanke, der sich aus diesem Evangelienabschnitt für die heutige Verkündigung ergibt, ist die Leibhaftigkeit unseres Glaubens. Ein leibhaftiges Zeichen für den Glauben ist das Essen des sakramentalen Brotes. Ein schlichter und einfacher Vorgang, der aber wie das Essen im Leben überhaupt ein Leben spendender Vorgang ist. Das Hinzutreten, das Öffnen der leeren Hand, das Essen sind sprechende Gesten, die innere Glaubensbereitschaft und Hingabe ausdrücken.

Predigt


Jesus kennen und von ihm her leben

Wenn ein Hungernder erst lange untersuchen würde, ob das Brot gut ist, das er bekommt, würde er damit nur zeigen, dass er im Grunde nicht hungrig ist. Im Hunger isst er das Brot und spürt, dass es sättigt. Wenn sich Jesus mit dem Brot des Lebens identifiziert, beansprucht er, die eigentliche, wahre Quelle für unser Leben zu sein. »Wer glaubt, hat ewiges Leben.« Das aber heißt: Wer zu Jesus kommt, hat ewiges Leben; wer sich von ihm Nahrung geben lässt, hat ewiges Leben. Er wird aus dieser Verbindung mit Jesus das Leben haben, das ihm der Tod nicht rauben kann, sondern das im Tode erst in seiner ganzen Fülle offenbar wird. Jesus kennen und von ihm her leben, das macht den Christen aus. Wie ich jeden Tag Speise zu mir nehme, so müsste ich meinen Hunger und meine Sehnsucht jeden Tag von ihm her sättigen. Unser Leben als Christen muss zeigen, dass uns Jesus Glück bedeutet, dass er uns und unserem Leben Sinn gibt, dass wir ohne ihn nicht leben können. Das muss man an den Christen spüren.

Wer einen Menschen näher kennenlernt, braucht nicht lange Zeit, bis er weiß, woraus dieser lebt, was ihn glücklich macht. An Christus glauben heißt, so sehr an ihm hängen, dass es niemandem auf Dauer entgehen kann, dass er aus ihm und seiner Kraft lebt.

Brot als Zeichen für Gottes Kraft


Jesus bezeichnet sich selber als »Brot vom Himmel«, als »Brot des Lebens«. Den Glaubenden wird in jeder Eucharistiefeier Brot in die Hand gelegt mit den Worten: »Der Leib Christi«. Jesus ist uns zum Brot geworden. Jesus Christus ist Zeichen für Gottes Kraft, Liebe und Geduld. Er hat uns alles gesagt, gegeben und vorgelebt, was wir zu einem erfüllten, sinnvollen Leben brauchen. Er hat uns nicht nur Brot gegeben – er selber ist Brot für uns. Jesus, seine Botschaft, sein Leben, Sterben und Auferstehen ist lebensnotwendig.

Die Argumente derer, die nicht glauben, liegen schwer auf der Hand. Schließlich kennen sie Vater und Mutter des Mannes, der von sich behauptet, von Gott zu kommen. Und sie kennen sein Zuhause in Nazaret. Dieser Jesus ist doch einer von uns.

»Das ist eine Zumutung!«, heißt es bis heute, wenn das Evangelium von dem menschgewordenen Gott verkündigt wird, der sich in Jesus Christus unwiderruflich auf uns Menschen eingelassen hat, der auf ewig Gott für uns sein will, der unserem Leben Halt, Geborgenheit, Erfüllung und Glanz geben will – aller Entstellung durch Schuld, Krankheit und Tod zum Trotz.

Jesu Worte sind in ihrer Anstößigkeit kaum zu überbieten. »Wer glaubt, hat das ewige Leben.« Nur so kann er deutlich machen, dass der rettende Glaube an ihn, den Sohn des lebendigen Gottes, sich nicht als Produkt des gesunden Menschenverstandes einstellt. Nicht wir produzieren von uns aus diesen Glauben, sondern Gott selber stiftet uns zum Glauben an. Er selber weckt in uns die Sehnsucht, das Geheimnis seiner Liebe zu verstehen, die er uns in Christus offenbart. Und Gott selber ist am Werk in unserem hoffenden, zweifelnden, tastenden Fragen.

Jesus in den Grundfragen des Lebens


Wo immer wir um Grundfragen unseres Lebens ringen, ist Jesus dabei. Wer zu Jesus dem Christus Gottes steht, der muss mit Widerstand rechnen. Wer im Antlitz Jesu Züge des himmlischen Vaters entdeckt, der darf aber wissen, dass diese Erkenntnis Gnade ist, nichts als Gnade.

Bis heute liegt in der Eucharistie das »Nadelöhr« des Glaubens. Mit dem bloßen Glauben an die Sendung Jesu Christi ist es nicht getan, es gilt vielmehr, sich den »einzuverleiben«, der sich selbst hingegeben hat für das Leben der Welt. Den Glauben kann man nicht lernen wie das Einmal-Eins oder die Grammatik einer Fremdsprache. Glauben heißt, sich Jesus öffnen, auf seine Worte vertrauen und ihn als das Brot des Lebens, das uns ewiges Leben schenkt, nehmen und essen. Es geht um mehr als die Nahrung für den Körper. Es geht um unsere existentiellen Grundnahrungsmittel. Wie stillen wir unseren Hunger nach Liebe und Geborgenheit, nach Annahme und Zuwendung? Unseren Hunger nach Freude und Hoffnung? Nach Einklang mit Gott, mit uns selbst und mit unseren Mitmenschen? Der ganze Mensch mit Leib und Seele braucht Nahrung. Im Brot der Eucharistie verbindet sich Jesus mit den Glaubenden. Hier entsteht Gemeinschaft mit ihm und untereinander, eine Gemeinschaft, die füreinander da ist, in der Vergebung und Versöhnung geschehen, die sich gegenseitig Mut macht und gemeinsam Gott vertraut. Das Brot des Lebens ist das Mittel, um die Welt im Gleichgewicht zu halten. Jesus Christus ist die endgültige Daseinserfüllung von Gott her.

Fürbitten
Herr Jesus Christus, wir vertrauen deiner Verheißung, dass du unseren Hunger nach Leben stillst. So bitten wir dich:
- Angesichts der Sehnsucht so vieler Menschen nach einem gelingenden Leben bitten wir um glaubwürdige Verkünder des Evangeliums.
(Christus, höre uns. – Christus, erhöre uns.)
- Angesichts der Spaltung der Christenheit bitten wir um gemeinsame Schritte zur Einheit und Versöhnung.
- Angesichts von Hass, Gewalt und Streit in der Welt bitten wir um die Kraft, Frieden zu stiften und Vergebung zu schenken.
- Angesichts des Leids in der Welt und des unaufhaltsamen Sterbens bitten wir um die Verwandlung der Welt und das Kommen des Reiches Gottes.

Gott, du Ziel unserer Sehnsucht, wir leben aus deiner Kraft. Wir danken dir für deine Liebe und Treue in Jesus Christus, unserem Herrn. Amen.

Johannes Kreidler

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