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»Dienst am Wort«
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Einführung
Liebe Leserinnen und Leser,

bei der Predigtvorbereitung habe ich die Gemeinde vor mir, der ich jeden Sonntag das Evangelium auslegen darf. Auch beim Schreiben einer Predigt habe ich »meine« Gemeinde und einzelne Menschen imaginär vor mir. In innerlich kargen Zeiten gerät das »Dürfen« manchmal auch zu einem »Müssen«.

Und dann halte ich die Predigt, meistens anders als geschrieben, und ich spüre, sehe, höre, ob ich die Menschen erreicht habe. Die oberflächlich-erzwungene oder gesammelt-erfüllte Stille nach dem Amen bringt das ziemlich präzise zum Ausdruck.

In diesen Tagen, da uns das Corona-Virus davon abhält, uns zum Gottesdienst zu versammeln, erlebe ich das Verbot, als Gemeinde Liturgie zu feiern, als Verlust, als Mangel, als Beschränkung meiner Aufgabe und Leidenschaft; ich erlebe mich als ein wenig geistlich Umherirrender, dem sein Gegenüber genommen ist. Es wird mir aus der Erfahrung des Mangels bewusst wie kaum vorher, wie sehr jegliche Liturgie Gemeinschaftsvollzug ist und wie sehr Predigt Wort- und Antwortgeschehen ist, Zuspruch und Einspruch, angekommenes oder im Leeren verklungenes Wort. Noch kann ich die Erfahrung des Mangels annehmen als Form der Bewusstwerdung! Aber wie lange wird das anhalten?

Wie viele andere Predigerinnen und Prediger versuche ich mich derzeit an medialen Formen der Verkündigung: die Predigt verschriftlicht im Predigt-Blog, den geistlichen Impuls für den Tag auf Facebook, die seelsorgerlichen Kontakte als Telefongespräch per Festnetz oder iPhone, als SMS, Mail oder Whatsapp. Das alles sind in Seelsorge, Liturgie und Verkündigung Notlösungen, die ich mittlerweile sehr zu schätzen weiß, aber man kann aus der Not keine Tugend machen, weil Predigt und Liturgie auf den direkten Kontakt angewiesen sind.

Dennoch, jetzt wo es schier unmöglich ist, die Zeichen der Nähe Gottes, die Sakramente, zu feiern, ist das Wort umso wichtiger; vertrauen wir darauf, dass uns die Verheißung gilt: Das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen (Dtn 30,14); und wenden wir alle handwerkliche Sorgfalt auf, dass uns das Wort gelingt, sodass es ankommt, tröstet, befreit, herausfordert und zurechtrückt!

Im Auftrag von Verlag und Herausgeber grüße ich Sie herzlich.
Anton Seeberger

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