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| Einführung |
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Liebe Leserinnen und Leser,
»Das kannst du doch auch für deine Predigt verwenden«, bekomme ich von Freunden immer wieder zu hören, wenn wir uns über ChatGPT und andere Chatbots unterhalten. Meine Antwort ist dann immer sehr klar: Eine von KI erstellte Predigt wird es bei mir nicht geben. Warum? Da habe ich ChatGPT mal selbst antworten lassen: »Aus persönlichen Gründen möchte ich das nicht tun: Mir ist wichtig, die Predigt in meinem eigenen Ton, aus eigener Erfahrung und mit meiner persönlichen Glaubenserfahrung zu entwickeln. Ich schätze den Prozess des Nachdenkens, Betens und des direkten Auseinandersetzens mit den Texten, den ich durch reine KI-Hilfe vielleicht vermissen könnte. Zudem habe ich Bedenken, wie sich durch KI-generierte Inhalte die individuelle Prägung und die Verantwortung des Predigers verändern könnten. Daher wähle ich, die Predigt selbst zu erstellen, auch wenn mir die Vorteile der Technik bewusst sind.«
Na also, die KI »weiß« selbst, warum sie für mich eine Predigt nicht schreiben darf. Was ChatGPT als Antwort bietet, kann ich im Großen und Ganzen so unterschreiben. Auch, dass mir die »Vorteile der Technik« bewusst sind. Der Forschungsstand der Exegese zu einem Text von KI zusammenstellen lassen – gerne. Zu einem gesellschaftlichen Sachverhalt, auf den ich eingehen möchte, Informationen von der KI liefern lassen – ebenso. Eine Geschichte, ein Gedicht suchen lassen – geht auch.
Aber die Predigt, die ich verfasse und vortrage, die muss von mir sein. Nicht zuerst von mir geschrieben, sondern von mir erarbeitet, errungen, manchmal erkämpft. Sie muss meine »Frucht« sein, die gewachsen ist, weil ich den Bibeltext durchdrungen habe, er zu mir gesprochen hat, ich mit ihm auf die Welt geschaut und gespürt habe, wo er verändernde, aufbauende oder heilende Kraft entfaltet. Das zu tun, könnte ich auch die KI beauftragen. Aber dann wäre es eben nicht mehr mein Text, meine Predigt. Selbst wenn sie »klar formulierte Argumente, verschiedene Perspektiven und eine stimmige Struktur für den Predigtaufbau, passende Bibeltexte, Hintergrundinfos und inspirierende Beispiele« liefern kann, wie ChatGPT seine Vorteile beschreibt. Stimmig ist eine Predigt eben erst, wenn sie von mir stammt und für mich stimmt.
Was meinen Sie dazu, frage ich mich, und grüße Sie, auch im Namen von Beirat und Verlag.
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| Klaus Kempter |
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