»Dienst am Wort – Gedanken zur Sonntagspredigt« – die Predigtzeitschrift für Pfarrer und alle im Dienst der Verkündigung Stehenden. Sie enthält für jeden Sonn- und Feiertag ausgearbeitete Predigten zu Lesung und Evangelium sowie Texte zu einzelnen Gottesdienstelementen.
Unsere aktuelle Ausgabe 3/2026
mit folgenden Beiträgen:
Einführung
Anton Seeberger
Liebe Leserinnen und Leser,
unter den Mitbrüdern meines Weihekurses gab es bei unserem letztjährigen Zusammensein – König David und der Davidsohn waren das Thema – ein gesellschaftspolitisches Gespräch, das mir noch stark in Erinnerung ist. Die relevanten Themen kennen wir ja alle: der Ukraine– Krieg und die seither in unserem Land in Gang gebrachte Wiederaufrüstung, um »kriegstüchtig« zu werden. Die Wiedereinführung der Wehrpflicht, wobei ausgelost werden soll, wer im hoffentlich nie eintretenden Verteidigungsfall sein Leben aufs Spiel setzen muss! Die Klima-Katastrophe, die unser wichtigstes Zukunftsthema sein sollte und wieder weit in den Hintergrund gerückt ist.
In dieser Nacht feiern wir das Fest des Lichtes und des Lebens. An vielen Orten wird heute das Osterfeuer entzündet und leuchtet für unsere manchmal so dunkle Welt draußen, aber auch für uns selbst, für unser ganz persönliches Leben. Dunkelheit, Tod und Trauer haben nicht das letzte Wort, Zweifel und Sorgen werden verwandelt, damals und heute. Gott rührt uns – zart, leise, wie einer, der uns bei der Hand nimmt und uns in sein Geheimnis führt. So dürfen wir jetzt miteinander in diesen Gottesdienst eintreten – mit allem, was uns bewegt: vielleicht mit mancher Müdigkeit, mit Sorge oder Angst, doch auch mit Freude und Zuversicht. Gott ruft uns zusammen, damit wir seine Osterbotschaft hören – und lernen, in ihr zu leben. Christus spricht: »Ich war tot, und siehe – ich lebe.« So dürfen wir glauben: Der Herr ist auferstanden! Er ist wahrhaft auferstanden!
Wie die Jünger unterwegs waren, so sind wir es auch: manchmal hoffend, manchmal zweifelnd, manchmal voller Kraft, manchmal erschöpft. In diesem Gottesdienst dürfen wir darauf vertrauen, dass der Auferstandene selbst unter uns ist: im Wort, im Brot, in der Gemeinschaft.
Kyrie-Ruf
Herr Jesus Christus, du Weggefährte: Du gehst mit uns, auch wenn uns die Kraft fehlt.
Herr, erbarme dich.
Die Sonntage der Osterzeit führen uns in die Urgemeinde nach Jerusalem. Ausschnitthaft und doch höchst spannend erleben wir mit, wie sich Nachfolge Jesu, Christsein durch die Herausforderungen gestaltet – und zwar als Ausdruck des Deutens der Erfahrung Jesu Christi im Geiste Gottes. Diesen Geist teilen wir und dürfen uns auch von den Christen der Urgemeinde inspirieren lassen.
Vorüberlegungen
Die Betrachtung des Textes greift auf die innere, geistliche Dynamik zurück, die die Erzählung der Berufung der sieben Diener des Tisches beinhaltet. Sie bleibt daher nicht dabei stehen, festzustellen, dass Kirche hier die Basis für das Diakonenamt sieht, sondern die Betrachtung nimmt ernst, wie in synodaler und geistlich geprägter Haltung ein Erfordernis zu einer innovativen Lösung geführt wird – ein Vorbild für Kirche zu allen Zeiten.