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»Dienst am Wort«
Herausgeber
Unsere Autoren
Leseprobe 1
Zweiter Fastensonntag
Der herrliche und gewaltige Christus
Lesejahr B
Beitrag zum Evangelium

Einführung

Vergangenheit und Zukunft, Arbeit und Freizeit, miteinander und allein sein – zwischen diesen Polen bewegen wir uns Menschen. Himmel und Erde, Ferne und Nähe, Gott und Mensch – in Jesus Christus kommen diese Pole zusammen. Das beschreibt das Evangelium von der Verklärung Jesu in intensiven Bildern. Als Christen haben wir Anteil an Jesus Christus. Er nimmt uns mit hinein in den Raum der Liebe und Herrlichkeit Gottes.

Kyrie-Ruf
Herr Jesus Christus, in dir kommt Gott zum Vorschein.
Kyrie eleison.
Herr Jesus Christus, in dir kommt unser Suchen zur Ruhe.
Christe eleison.
Herr Jesus Christus, in Wort und Brot kommst du uns nah.
Kyrie eleison.

Tagesgebet
Großer Gott,
in deinem Sohn offenbarst du deine Herrlichkeit und kommst uns Menschen nah. In ihm zeigst du uns, wie wir leben und lieben sollen.
Öffne uns für dich. Durchbreche unsere lauen Gewohnheiten und stärke unseren kleinen Mut.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Schlussgebet
Großer Gott,
dein Sohn hat uns erkennen lassen, wie du bist: unendlich groß in deiner Liebe, herrlich in deiner Hoheit, nah bei uns Menschen.
Wir sagen dir Dank durch ihn, der sich uns im Sakrament geschenkt hat, Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.

Liedvorschläge

Gesang zur Eröffnung
GL 429 »Gott wohnt in einem Lichte«
Antwortgesang mit Ruf vor dem Evangelium
GL 629/3 »Ich gehe meinen Weg vor Gott« mit GL 629/4 (Psalm 116) und
GL 176/5 »Lob dir, Christus, König und Erlöser«
Gesang zur Gabenbereitung
GL 474 »Wenn wir das Leben teilen«
Gesang zur Kommunion
GL 365 »Meine Hoffnung und meine Freude«
Dankhymnus/Schlusslied
GL 363 »Herr, nimm auch uns zum Tabor mit«

Vorüberlegungen

Zum Text: Mk 9,2–10 (Evangelium)

Die Bilder, die der Evangelist Markus verwendet, stehen in der Tradition von biblischen Bildern, die auf eine Gottesbegegnung oder Gottesoffenbarung verweisen: das Licht, die Wolke, die Stimme aus der Wolke. In diesen Bildern wird das ausgedrückt, was fast unsagbar ist und was erst durch die Erfahrung von Tod und Auferstehung gänzlich erkannt werden kann: dass sich in Jesus Christus Gottes Herrlichkeit zeigt; dass Jesus Gottes Sohn ist.

Anregungen für die Predigt erhielt ich durch den Kommentar von Fritzleo Lentzen-Deis, Das Markusevangelium, Stuttgart 2014, 180–188.

Predigt

Es gibt Erfahrungen – schöne oder schreckliche –, die sind so groß und so überwältigend, dass sie kaum mit Worten zu beschreiben sind. Was passiert mit einem, wenn man neu und total verliebt ist? Wie ist das, wenn der Geliebte plötzlich stirbt?

Bilder können helfen, das Unsagbare anzudeuten: »Ich habe Schmetterlinge im Bauch«, sagt ein Frischverliebter. »Mir hat es den Boden unter den Füßen weggezogen«, sagt eine Trauernde.

Andere können vielleicht nicht ermessen, was in demjenigen vorgeht, aber solche Bilder können helfen, etwas davon zu erahnen.

Überwältigend

Die Bilder, die der Evangelist Markus im heutigen Evangelium verwendet, deuten auf eine umwälzende Erfahrung für die drei Jünger hin: Jesus nimmt sie auf einen Berg mit. Er wird vor ihren Augen in eine Lichtgestalt verwandelt. Elija und Mose erscheinen und führen mit Jesus ein Gespräch. Eine Wolke erscheint über ihnen. Eine Stimme aus der Wolke ruft ihnen zu. Aus der biblischen Tradition sind diese Bilder vertraut. Sie stehen für eine Begegnung mit der himmlischen Wirklichkeit, für eine Begegnung mit Gott. Auf diesem Berg wird den drei Jüngern vor Augen geführt und ins Ohr gebracht, wer Jesus ist. Ihr Freund, ihr Meister, ihr Rabbi, er ist nicht nur von dieser Welt. Aus ihm strahlt Gott heraus. Gleißend hell. In Jesus Christus kommt Gott zum Vorschein, auf die Erde und zu den Menschen. Mehr noch: Er ist Gottes Sohn. In ihm pflanzt sich Gott auf dieser Erde ein.

Wir können heutzutage nicht ermessen, wie neu und wie überwältigend diese Erkenntnis für die Jünger war. Jesus ist der Sohn Gottes! Wir sind mit diesem Satz von Kindheit an aufgewachsen. Für die Jünger war das überwältigend neu. In Jesus zeigt Gott seine ganze Wirklichkeit und Herrlichkeit! Da steht nicht mehr ihr Freund und Meister Jesus, sondern Jesus Christus, herrlich und gewaltig.

Kein Wunder, dass sie erschrecken, dass sie nicht wissen, was sie sagen sollen, dass sie ganz benommen sind. Zu groß und gewaltig ist das, was sie erfahren. Sie sind buchstäblich »außer sich«, weil sie mit einer anderen Wirklichkeit konfrontiert sind.

Ergriffen

Durch die christliche Geschichte hindurch haben wir Zeugnisse von Menschen, die Jesus Christus auf eine ähnlich umwerfende und unsagbare Weise begegnet sind. Noch biblisch bezeugt ist die Bekehrung des Paulus. Er wird von einem Lichtstrahl zu Boden geworfen und kann danach nicht mehr sehen. Diese Begegnung mit Jesus ist so gewaltig, dass sie Paulus Schmerzen zufügt und sein Leben umkrempelt.

Vom heiligen Martin hören wir, wie ein Traumbild ihn aus seinem Soldatenleben reißt: Es ist Jesus Christus, der das halbe Mantelstück trägt, das er dem Bettler gegeben hatte.

Teresa von Avila, die große Mystikerin, die lange Zeiten der spirituellen Leere kennt, erzählt, wie sie eines Tages durch ein Bild des leidenden Christus so erschüttert wird, dass es ihr vorkommt, als würde es ihr das Herz zerreißen, so gewaltig war das, was sie empfunden hat. Sie bricht in Tränen aus und wirft sich vor diesem Bild nieder.

Mancher kritische Geist heute mag solche Reaktion als hysterisch empfinden. Und ich denke auch nicht, dass es solche großen Erlebnisse für einen Christen, eine Christin braucht, um zu glauben. Es geht auch nicht darum, solche Erfahrungen explizit zu suchen. Aber diese Erzählungen können uns heute zu Fragen anregen. Diesen Erfahrungen gemeinsam ist, dass die, die sie erlebt haben, ergriffen waren von der Gewaltigkeit und Größe, die ihnen da begegnete; dass sie erkannten, wer Jesus Christus ist, wer Jesus Christus für sie ist. Ich habe den Eindruck, dass uns Christinnen und Christen heute die Glaubensinhalte und Jesus Christus oft so selbstverständlich sind, dass es niemanden »vom Hocker reißt«, um mit einem Bild zu sprechen. Viele unserer Gottesdienste sind routiniert und organisiert, aber nicht ergreifend. Wo staunen wir über die Gottesliebe und Gnade, die uns zukommt? Wo erschrecken wir über die Gewaltigkeit und Herrlichkeit, die uns in Jesus Christus begegnet? Wo ahnen wir etwas von der Größe Gottes, die sich in jedem Menschen zeigt?

Verändert

Gehen wir in Gedanken noch einmal auf den biblischen Berg der Verklärung. »Auf ihn sollt ihr hören.« Dieser göttliche Appell beendet die himmlische Erscheinung. Er wendet den Blick der Jünger. Sie haben für einen Augenblick die Göttlichkeit Jesu sehen dürfen. Festhalten lässt sich solch ein Augenblick nicht. Sie müssen wieder herunter vom Berg und zurück in ihr Leben. »Auf ihn sollt ihr hören«, das ist ein Ruf in die Nachfolge Jesu. Jesu Handeln soll wegweisend für die Jünger sein, seine Botschaft vom Reich Gottes, seine Hinwendung zu den Kleinen und Armen, seine Vergebung der Sünden. Und auch die Ankündigung seines Leidens, die die Jünger mit der Frage konfrontiert, wie weit sie Jesus folgen werden.

Ob diese außergewöhnliche Erfahrung die Jünger verändert hat? Ich gehe davon aus, dass sich diese Stunde auf dem Berg ins Herz der Jünger eingeprägt hat. Auch wenn dadurch danach nicht alles anders ist. Sämtliche Jünger werden nach der Gefangennahme Jesu fliehen; Petrus wird seinen Herrn verraten.

Das deckt sich mit unseren Erfahrungen. Manche Sternstunde zwischen Menschen wird vom Alltag und den kleinen und großen Pflichten und Notwendigkeiten zugedeckt. So kann es auch mit der Beziehung zu Jesus Christus gehen. Da ist es gut, immer wieder einmal den Alltag zu unterbrechen, einen Schritt zurückzutreten und den Blick bewusst auf Jesus Christus zu richten. Sich zu fragen: Was bete ich da eigentlich? Was geschieht da auf dem Altar, wenn ich höre: »Nehmt und esst, das ist mein Leib«? Sich bewusst zu machen, welch Geschenk uns Menschen da gemacht wird. Sich zu öffnen dieser unsagbaren Größe. Sich auch zu stellen der Herausforderungen und Konsequenzen für mein Leben, auch wenn ich nicht weiß, wohin es führen wird und ob es schmerzen wird.

Und dann, vielleicht zu erfahren, dass ich Anteil an Jesus Christus erhalte. Dass er mir ganz nahe kommt. Dass ich hineingenommen bin in dieses große Geschehen der Liebe Gottes, in Tod und Auferstehung.

Fürbitten
Staunend und dankbar sehen wir in Jesus Christus Gottes Sohn und unseren Freund und Wegbegleiter, an den wir uns mit unseren Bitten wenden können.

- Wir beten für alle Christinnen und Christen, die sich bemühen, dir nachzufolgen. Zeige ihnen konkrete Schritte für ihren Alltag.
(Christus, höre uns. – Christus, erhöre uns.)
- Wir beten für alle, die nach Gott und einem Sinn für ihr Leben suchen. Gib dich zu erkennen.
- Wir beten für alle, die in ihrem Glaubens- und Gebetsleben immer wieder Zeiten der Leere und Dürre erleben. Stille ihre Sehnsucht.
- Wir beten für alle, die durch eine Krankheit oder Katastrophe aus ihrer Lebensbahn geworfen sind. Schenke ihnen Zuversicht und neue Perspektiven.

Gott, unser Vater, du bist uns nahe zu jeder Zeit. Dafür danken wir dir, heute und alle Tage bis in Ewigkeit. Amen.

Gebet für die Woche
O Jesu, all mein Leben bist du, ohne dich nur Tod.
Meine Nahrung bist du, ohne dich nur Not.
Meine Freude bist du, ohne dich nur Leid.
Meine Ruhe bist du, ohne dich nur Streit, o Jesu.

O Jesu, all mein Glaube bist du, Ursprung allen Lichts.
Meine Hoffnung bist du, Heiland des Gerichts.
Meine Liebe bist du, Trost und Seligkeit.
All mein Leben bist du, Gott der Herrlichkeit, o Jesu.
(GL 377)

Beate Jammer

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