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»Dienst am Wort«
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Leseprobe 1
Fest der Erscheinung des Herrn
Der Blick zum Himmel
Lesejahr A – B – C
Beitrag I zum Evangelium

Einführung

»Wo ist der neugeborene König der Juden?« Mit dieser Frage waren die Magier aufgebrochen und wurden vom Stern zum Kind in der Krippe geführt. Sie mussten Grenzen überwinden, Vorstellungen hinter sich lassen, umdenken und sich neu orientieren. Sie wurden mit großerFreude erfüllt und brachten ihre Gaben dem dar, den sie gesucht und gefunden hatten. Richten wir mit den Magiern den Blick zum Himmel und machen uns mit ihnen auf den Weg zum Kind in der Krippe, dem menschgewordenen Gott.

Kyrie-Ruf
Jesus Christus, Licht der Welt – von Gott gesandt.
Kyrie eléison (GL 155).
Jesus Christus, Licht der Welt – über alle Grenzen hinweg.
Christe eléison (Gl 155).
Jesus Christus, Licht der Welt – erschienen in unserer Zeit.
Kyrie eléison (GL 155)
Oder:
GL 159 »Licht, das uns erschien«

Tagesgebet
Ewiger Gott,
dein Licht führt und leuchtet uns auf unseren Wegen. Du hast deinen Sohn allen Menschen offenbart.
Lass uns wie die Magier dem Himmelszeichen folgen. Führe uns zu deinem Sohn und erfülle uns mit der Freude des Glaubens.
Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, Licht der Welt, uns erschienen am heutigen Tag.

Liedvorschläge
Gesang zur Eröffnung
GL 259 »Gottes Stern, leuchte uns«
Dir sing ich mein Lied 169 »Nun sehet den Stern, den wir bringen«
Antwortgesang
GL 260 »Werde licht, Jerusalem« mit GL 47/2 (Psalm 72)
Dir sing ich mein Lied 145 »Christus ist geboren«
Halleluja-Ruf
GL 175/6 »Halleluja«
Dir sing ich mein Lied 65 »Halleluja«
Gesang zur Gabenbereitung
GL 240 »Hört, es singt und klingt mit Schalle«
Dir sing ich mein Lied 165 »Heller Stern in der dunklen Nacht«
Gesang zur Kommunion
GL 245 »Menschen, die ihr wart verloren«
Dir sing ich mein Lied 166 »Stern über Bethlehem«
Dankhymnus/Schlusslied
GL 262 »Seht ihr unsern Stern dort stehen«
Dir sing ich mein Lied 150,1–4 »Engel auf den Feldern singen«

Vorüberlegungen

Zum Text: Mt 2,1–12 (Evangelium)

Im Unterschied zu Lukas hat das Matthäusevangelium die »herrschende Schicht« im Blick, die den Messias nicht erkennt. Es sind die Fremden, die Gott finden, weil sie das Himmelszeichen deuten können und sich führen lassen. Damit setzt Matthäus in dem Textabschnitt konsequent fort, was er schon im Stammbaum erzählte: Alle Menschen, Heiden, Fremde, Andersgläubige, Frauen und Männer können Gott finden.

Die Predigt lädt ein, dem Text Fragen zu stellen und sich vom Evangelium so bewegen zu lassen wie die Magier vom Stern am Himmel.

Predigt

Angekommen! Jetzt sind sie da: die drei Magier aus dem fernen Osten, die einem Stern gefolgt sind. Mit ihren Gaben stehen sie an der Krippe und huldigen dem neugeborenen König der Juden. Es sieht idyllisch aus; wir haben uns diese Idylle im Lauf der Jahrhunderte zurechtgerückt. Das Evangelium birgt bei weitem mehr Unruhe und stellt Fragen.

Das Kind in der Krippe unterbricht den Alltag und lädt zum Aufbruch ein

Warum wollen Magier aus dem Osten einem neugeborenen König der Juden huldigen? Warum machen sie sich auf die Reise und folgen einem Stern am Himmel? Sie gehören einer anderen Religion und einem anderen Volk an; sie leben in einem fremden Land und sind offensichtlich wohlhabend. Es gab schon damals unzählige Gründe, zuhause zu bleiben und weiter die Sterne am Himmel zu beobachten. Die Gefahren, die unterwegs oder im fremden Land lauern, oder die Frage, wie sie das Kind finden wollen? Die Magier sind trotzdem aufgebrochen und in die Ferne losgezogen. Sie haben sich auf das Himmelszeichen verlassen und darüber hinaus auf das, was sie daraus lesen und deuten konnten. Sie sind dem Himmelslicht treu geblieben und haben auf ihrem Weg viele Grenzen überwunden.

Einen Stern aufgehen sehen und Grenzen überwinden

»Wir haben seinen Stern aufgehen sehen …«, heißt es im Evangelium. Mich lädt dieser Vers zum Nachdenken ein: Schau ich zum Himmel hoch oder ist mein Blick vor allem auf die Erde gerichtet? Ausgerichtet auf den Alltag, begrenzt von Vernunft, Gewohnheit und Sicherheit? Offenbar entgrenzt das Kind in der Krippe unsere Enge. Es führt in die Ferne, in das Fremde und Unbekannte, heraus aus dem, was uns bequem werden ließ. Was bringt uns wirklich in Bewegung? Wann überlegen wir nicht nur, sondern fangen an zu handeln? Welche Zeichen der Zeit deuten wir im Licht des Evangeliums? Wir bauen heute eher Grenzen auf, anstatt sie zu überwinden. Wir wehren fremde Menschen ab, statt auf sie zuzugehen. Wir merken nicht, dass wir vor allem auf den Boden schauen und der grenzenlose Himmel bedeutungslos geworden ist. Vielleicht sind die Magier gerade deshalb aufgebrochen, weil sie die Enge nicht mehr aushielten. Und vielleicht erzählt uns der Evangelist genau deshalb diese Geschichte, damit wir wieder den Himmel im Blick haben und den leuchtenden Stern sehen, der uns Grenzen überwinden lässt.

Das Kind in der Krippe unterbricht bestehende Vorstellungen und lädt zum Umdenken ein

Als die Magier in Jerusalem angekommen waren, fragten sie: »Wo ist der neugeborene König der Juden?« Mit dieser Frage lösen sie im Palast und in der Umgebung quasi ein mittleres Erdbeben aus. Warum aber erschrickt Herodes und mit ihm ganz Jerusalem? Zugegeben, von einem neugeborenen König im Königspalast zu reden, ist zwar logisch, aber in dem Fall wagemutig. Hier sind die Magier der gängigen Vorstellung erlegen: ein König wird nun einmal im Königspalast geboren. Doch im Palast fehlt offensichtlich das passende Kind – Realität und Vorstellung prallen aufeinander. Herodes hat sogleich die Lösung parat, dass es sich bei diesem Kind um den Messias handeln muss! Also befragt er die bibelkundigen Theologen, wo dieser geboren werden soll. Damit ist die eigene Herrschaft erst einmal nicht gefährdet. Herodes benützt die Magier und die Schriftgelehrten, um an seinen Vorstellungen festhalten zu können. Nur nicht die Strukturen durcheinanderbringen; sie sind es, die Macht und Herrschaft sichern. Er hat sich in seinem Palast eingerichtet und will dort auch bleiben. Er will sich nicht auf die Veränderung einlassen, die dieses kleine Kind von Anfang an bewirkt. Er will keinem Stern folgen. Die Magier aber denken um und orientieren sich neu.

Dem Stern folgen und umdenken Mich lädt dieser Vers ein, darüber nachzudenken, wer und was meine Vorstellungen durcheinanderbringen kann. Drehe ich die Dinge so hin, dass sie letztlich in meinen Kram passen und alles beim Alten bleibt? Bestätigen meine Deutungen nur das, was ich schon immer für richtig befunden und geglaubt habe? Erschüttert mich mein Glaube noch und stellt gewohnte Lebensweisen in Frage? Mache ich mich auf die Suche? Die Magier haben an die Türen geklopft. Im Palast lösten sie Angst und Schrecken aus; an der Krippe wurden sie willkommen geheißen. In welchen Gemäuern befinden wir uns gerade? Wen schicken wir schnell weiter, damit wir unsere Ruhe haben und alles so weitergehen kann wie bisher? Wem machen wir Platz, damit er seine Gaben bringen kann? Die Magier sind nicht zu Herodes zurückgekehrt; sie haben lieber einen Umweg gemacht, weil sie verstanden haben, wer dort wohnt und wie gedacht wird. Umdenken war dort nicht erwünscht; sie aber haben genau dadurch zur Krippe gefunden.

Das Kind in der Krippe unterbricht unsere Bilder und lädt zur Suche nach Gott ein

»Als sie den Stern sahen, wurden sie von großer Freude erfüllt.« Warum? – Kennen Sie das Gefühl, wenn man bemerkt, dass das eigentliche Ziel verloren ging? Dass man am falschen Ort gelandet ist, wo nichts zusammen passt? Und wie gut es ist, wenn man dann merkt, dass man wieder auf den ursprünglichen Weg zurückgefunden hat? Die Magier haben sich noch einmal finden lassen vom Stern auf ihrer Suche nach dem, zu dem sie wollten.

Den Stern entdecken und Gott finden

Mich lädt dieser Vers zum Nachdenken darüber ein, wonach ich suche. Breche ich nach einem Misserfolg noch einmal auf und suche weiter? Die Magier werden doppelt beschenkt: Sie suchten einen König und finden Gott in der Gestalt eines Kindes und an einem Ort, der ganz und gar nicht den Vorstellungen entspricht. Aber dorthin hat sie der Stern geführt, das Himmelslicht zum Licht der Welt. Aufbrechen, Grenzen überwinden, umdenken, sich finden lassen und finden: wenn wir zum Himmel blicken, werden wir zu Gott geführt, der auf die Erde zu uns Menschen kam. Vor ihm stehen wir heute wie die Magier mit unseren Gaben, erfüllt mit großer Freude.

Fürbitten
Lebendiger Gott, du hast den Himmel und die Gestirne geschaffen und erleuchtest unser Leben. Du hast uns deinen Sohn geschenkt, dessen Botschaft uns froh macht. Voll Vertrauen bringen wir unsere Dunkelheiten zu dir und bitten:

- Für die Regierenden, die an unmenschlichen Grenzen festhalten: Lass sie erkennen, dass Friede dann möglich ist, wenn Menschen aufeinander zugehen.
- Für die Kirche, die nach Wegen sucht, Gottes Liebe in der Welt zu verkünden: Lehre sie, die Zeichen der Zeit im Licht des Evangeliums zu deuten und mit den Menschen aufzubrechen auf den Weg, den du sie führst.
- Für die Frauen, Männer und Kinder, die an den Grenzen stehen und nicht mehr weitergehen dürfen: Sende Menschen, die ihnen entgegengehen, ihre Türen öffnen und sie unter uns willkommen heißen.
- Für die Kinder und Jugendlichen, die in diesen Tagen an unsere Türen klopfen und uns die Weihnachtsbotschaft verkünden. Erfülle die Menschen mit der Freude des Evangeliums und dem Glauben, dass Gott mitten unter uns wohnt.

Ewiger Gott, dein Stern hat die Magier bewogen, aufzubrechen und sich auf die Suche nach dem neugeborenen Kind zu machen. Mit ihnen gehen wir mit, geleitet vom Licht des Himmels, um mit unseren Gaben dir zu dienen. Wir danken dir, dass du uns zur Begegnung führst mit Jesus Christus, deinem Sohn, unserem Herrn, der mit dir lebt und herrscht in Ewigkeit. Amen.

Barbara Janz-Spaeth

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