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»Dienst am Wort«
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Leseprobe 1
Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria
Lesejahr A – B – C

Vom Aufbruch im Glauben


Beitrag zum Evangelium

Einführung

Im Lauf des Kirchenjahres schaut die Liturgie immer wieder auf Maria. Die Kirche verehrt die Mutter Jesu, weil an ihr sichtbar wird, wie Gott handelt. Und das heißt auch, dass Gott den Menschen in sein Wirken einbezieht. Gott macht sein Kommen in die Welt vom Ja einer Frau abhängig. Gott und sein Wort an sie bedeuten ihr alles. So ist die Frau aus Nazaret nicht nur eine einmalige Gestalt der Geschichte, sondern ein Symbol für die Kirche.

Kyrie-Ruf
Jesus Christus. Du bist der Sohn des Höchsten.
Herr, erbarme dich.
Jesus Christus. Du bist geboren aus der Jungfrau Maria.
Christus, erbarme dich.
Jesus Christus. Du bist einst gekommen und kommst immer neu zu uns.
Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Messbuch – Hochfest der ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria

Liedvorschläge
Gesang zur Eröffnung
GLn 224 »Maria durch ein Dornwald ging«
Antwortgesang
GLn 527 »Ave Maria zart« oder
GLn 55/1 »Jubelt, ihr Lande« mit 55/2,1–5 (Psalm 98) oder
GLn 551 »Nun singt ein neues Lied«
Gesang zur Gabenbereitung
GLn 523 »O Maria sei gegrüßt« oder
GLn 756 (Diözesanteil Freiburg und Rottenburg-Stuttgart) »Maria war alleine«
Gesang zur Kommunion
GLn 364 »Schönster Herr Jesu«
Dankhymnus/Schlusslied
GLn 231 »O Heiland, reiß die Himmel auf«
GLn 754 (Diözesanteil Freiburg und Rottenburg-Stuttgart) »Tauet Himmel«

Vorüberlegungen

Zum Text: Lk 1,26–38 (Evangelium)

Der Weg scheint weit von den biblischen Aussagen über Maria, der Mutter Jesu, bis hin zum Dogma von 1854, nach dem Maria »ohne Makel der Erbsünde empfangen«, das heißt vom ersten Augenblick ihres Daseins an heilig und ohne Sünde war. Das Evangelium, das diesem Fest zugeordnet ist, ist die Verkündigung an Maria (Lk 1,26–38). Ein Mensch spricht ein rückhaltloses Ja zur Botschaft des Engels. Der Wille Gottes bedeutet Maria alles. Nicht als Schriftbeweis, aber im Sinne einer tieferen Lesart ist hier eine Begründung aus der Schrift gegeben für das Geheimnis Marias und ihren Platz in Gottes Heilshandeln. Ihr ungeteiltes Ja zu Gott und seine Menschwerdung setzte eine innere Verfassung bei ihr voraus, eine Heiligung und Bereitung von Gott her, ihre Sündenlosigkeit von Anfang an. Hier ist ein Mensch, ganz so, wie er immer von Gott gewollt war.

Predigt

Erwählt zum Jawort


»Ja, aber …« Mit dem menschlichen Jawort ist das so eine Sache. Gern wird es im Nachklapp wieder eingeschränkt. Das menschliche Ja ist oft ein »Ja, aber« oder »Ja, unter Umständen«. Dem Jawort werden Grenzen gesetzt. Heute hören wir vom Jawort der Maria. Und dieses Ja hat Auswirkungen auf die Geschichte des Gottesvolkes.
Maria ist ein Kind des Volkes Israel. Lange schon war das Gottesvolk unfrei und sehnte sich nach Veränderung. Es wusste: Nicht aus eigenen Kräften konnte das gelingen. Gott müsse einschreiten und sein Reich errichten. Der Höchste müsse eine Ordnung schaffen, in der die Guten belohnt, die Bösen aber herausgelesen würden.
An jenem Tag in Nazaret haben sich die Erwartungen Israels erfüllt. Gott ist eingeschritten zugunsten seines Volkes. Und die Hoffnungen wurden noch einmal überboten. Denn Gott beginnt mit dem Kommen seines Sohnes ein neues Kapitel in der Geschichte des Heils. Warum aber ist sein Handeln anders als die Erwartungen des Volkes?

Grenzenlos

Selbst der Fromme kennt die Gefahr, dass er in seinem Glauben Grenzen zieht. Vielleicht nicht einmal bewusst – und doch auch hier gibt es dieses »Ja, aber«.
Selbst Gott gegenüber werden Grenzen gesetzt, wenn es darum geht, wie weit seine Liebe reichen sollte, »bis hierher und nicht weiter«.
Doch Gott ist ohne Grenzen und er ist gekommen, das Trennende aufzuheben. Das, was trennen kann zwischen Mensch und Gott, und das, was Menschen einander entfremdet. Denn bei Gott gibt es kein »Ja, aber«, sondern ein klares »Ja, für alle«.
Hier stehen wir nun vor der Frau aus Nazaret und hören ihr Jawort. Gottes grenzenloses Ja, das er in Jesus Christus spricht, findet eine Entsprechung bei einem Menschen. Sein »Ja, ohne Wenn und Aber«, das an alle gerichtet ist, findet eine Antwort im ungeteilten Ja Marias. »Siehe, ich bin die Magd des Herrn. Mir geschehe nach deinem Wort.«

Frei von der Erbsünde

Gewiss, Maria steht in einer langen Reihe von Frauen und Männern, die in der Geschichte des Gottesvolkes ihr Ja zu Gott gesprochen haben. Sie hat viele Vorläuferinnen und Vorläufer, die sich von Gott in Dienst nehmen ließen.
Und doch: Maria war zu einem Ja fähig, das den Weg Gottes mit den Menschen auf eine neue Stufe gehoben hat. Denn mit ihrer ganzen Bereitschaft hat sie mitgewirkt, dass Gott als Mensch unter Menschen da ist, in grenzenloser Liebe.
Dass Maria so antworten konnte, hat darin seinen Grund, dass sie frei von der Erbsünde war. Erst von hier her zeigt sich die Qualität ihres Jawortes. Wir tun uns heute schwer, davon zu reden.
Vielleicht lässt sich dieses Freisein von der Erbsünde so verstehen: Sünde ist da gegeben, wo der Mensch in Widerspruch zu Gott steht. Sünde ist dort, wo Gottes Wille und der Weg des Menschen auseinanderfallen. Wo der Graben sich auftut zwischen dem, was der Mensch von Gott her sein könnte, und dem, was der Mensch tatsächlich ist.
Maria ist von Gott davor bewahrt worden, in diesen Widerspruch zu gelangen. Das ist keine moralische Leistung Marias, sondern es ist eine Aussage über ihre Beziehung zu Gott. Freisein von der Erbsünde bedeutet, dass Maria keinen Teil ihres Lebens, ihres Willens für sich reserviert hat, sondern Gott gegenüber ein ganzes Ja sagen konnte.

Vorbild

Das Fest der »ohne Erbsünde empfangenen Jungfrau und Gottesmutter Maria« – oder wie es auch heißt: das Fest der Erwählung Marias – ist ein Lobpreis. Anders als andere Festlegungen, die die Kirche im Laufe der Geschichte getroffen hat, richtet sich diese Glaubenslehre nicht gegen eine falsche Meinung, die die Kirche abwehren muss.
Das Fest ist ein Lobpreis darauf, wie Gott handelt. Gott hat einen Menschen begnadet, dass dieser ein ganzes, ungeteiltes, reines Ja zu seiner Menschwerdung sprechen konnte.
Maria ist einzigartig und sie ist zugleich Vorbild. Der Mensch ist immer gefährdet, von Gott weg zu driften. Er erfährt in diesem Leben schmerzlich, was es heißen kann, sich Gott zu entfremden. Er ist auch geneigt, Grenzen aufzurichten und so kleiner und allzu menschlich von Gott zu denken. Und auf das unbedingte Ja Gottes mit einem »Ja, aber …« zu antworten.
Maria gibt der Kirche das Leitbild vor. Sie ist »voll der Gnade«. Sie ist von Gott befähigt, Antwort zu geben. Das ist tröstlich und schön. Maria begleitet uns auf unserem Weg des Glaubens, in unserem Ja zu Gott.

Fürbitten

Lasst uns unsere Bitten vor Gott bringen:

- Lasst uns bitten für alle, die sich fragen, welchen Weg Gott mit ihnen vorhat. Für alle, die das Vertrauen in ihr Leben verloren haben. Treuer Gott:
(Wir bitten dich, erhöre uns.)
- Lasst uns bitten für die Kirche. Für ihr Leben und ihr Wirken hier und überall. Für alle, die das Evangelium verkünden in Wort und Tat. Treuer Gott:
- Lasst uns beten für jene, die unter Grenzen leiden, die andere ziehen. Für die Ausgestoßenen und für alle, die sich unerwünscht fühlen. Treuer Gott:
- Lasst uns beten für die Menschen in den Krisenregionen dieser Welt. Für alle, die in Angst und Unsicherheit leben. Treuer Gott:
- Lasst uns beten für unsere Verstorbenen. Dass sie dort sind, wo Gott sein großes Ja über ihr Leben spricht. Treuer Gott:

Gott, du hast an Maria gezeigt, wie du um unser Heil besorgt bist. Gemeinsam mit der Mutter deines Sohnes preisen wir dich heute und in Ewigkeit. Amen.

Hansjörg Häuptle

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