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Leseprobe 1
Neujahr – Hochfest der Gottesmutter Maria
Lesejahr A
Der Herr kröne das Jahr mit seinem Segen

Beitrag zur Lesung

Einführung

Die Uhren sind nicht stehen geblieben, als es vor wenigen Stunden Mitternacht geschlagen hat. Die Zeit läuft weiter, als sei nichts gewesen. Und doch ist ein Jahreswechsel mehr als die Fortschreibung der Jahreszahl. Silvesterbräuche mit Feuerwerk und Glockengeläut, mit »Prosit Neujahr!« und guten Wünschen unterstreichen das Besondere des Übergangs von einem Jahr in das nächste. Legen wir auch dieses neue Jahr in Gottes Hände. Sein ist die Zeit und die Ewigkeit. Und wir gehören ihm – zu jeder Zeit! Kann es etwas Größeres geben?

Kyrie-Ruf
Herr Jesus Christus, du bist alle Tage bei uns bis ans Ende der Welt.
Herr, erbarme dich.
Du bist das Alpha und das Omega, der Erste und der Letzte und der Lebendige.
Christus, erbarme dich.
Du bist der Sohn des lebendigen Gottes, um unseres Heiles willen ein
Mensch geworden wie wir.
Herr, erbarme dich.
Vergib uns, barmherziger Gott, unsere Schuld. Hilf uns, unseren Schuldigern
zu vergeben, und schenke uns allen heute und immer wieder einen
neuen Anfang.

Predigt

Zum Text: Num 6,22–27 (1. Lesung)

Es muss feste Bräuche geben

Zu bestimmten Tagen gehören bestimmte Rituale: Ohne russische Eier gab es bei uns zu Hause kein Silvester, ohne Maultaschen keinen Gründonnerstag. Die Neujahrsbrezel gehört heute Morgen so klassisch zum Frühstückstisch wie der Wunsch »Ein gutes Neues!« zur Begrüßung. Es muss feste Bräuche geben, sagen Psychologen, Pädagogen, Theologen. Und sie begründen es: Rituale geben Halt. Nicht umsonst haben unsere Gottesdienste ihren gleich bleibenden, wohltuenden und tragenden Ritus. Jeden Sonntag eine Uraufführung – das können weder Liturgen leisten noch Gemeinden aushalten. Es gibt ja nicht nur lähmende, sondern auch wohltuende, tragende Gewohnheit.

Der Mensch braucht Religion

Wir Menschen suchen in einer Welt, in der alles im Wechsel und Wandel ist, nach Gleichbleibendem, Unvergänglichem, Festem. Der Mensch, selber im Strudel und Wirbel der Zeiten ein Werdender und sich Wandelnder, braucht einen festen Halt, einen Bezugspunkt, eine »Ahnung des Ewigen« jenseits aller Zeitlichkeit und Vergänglichkeit. Wir haben dafür das Wort Religion. Religion bedeutet Rückbindung. Religiös leben heißt, sich fest-machen an einem unvergänglichen Halt, an einem Absolutum. Neujahr ist ein Anlass, sich bewusst und mental rückzubinden, festzumachen an dem, der über aller Zeit steht, der unsere Tage zählt und deren Anfang und Ende bestimmt. Ihn sollen wir suchen, den Urgrund unseres Lebens.

Aaronsegen

Als guten Wunsch für das neue Jahr wird uns der Aaronsegen aus dem 4. Mosebuch auf den Weg ins neue Jahr mitgegeben. Dieser Segensspruch ist Ihnen bekannt aus der Liturgie des evangelischen Gottesdienstes. In unserem Messbuch gehört er zu den Auswahltexten während des Jahres. Die Nähe Gottes, seine Fürsorge und seine Begleitung werden uns gewünscht und zugesprochen. Der, in dessen Antlitz kein Mensch schauen kann – er wäre geblendet und würde an Jahwes Herrlichkeit und Glanz gleichsam verbrennen –, der wende uns sein Angesicht zu. Sein Angesicht zuwenden – was das heißt, wissen Sie am besten aus der Erfahrung, wenn Ihnen bewusst jemand den Rücken zukehrt und Sie geflissentlich übersieht. Das tut weh. Mit Recht sind Sie sauer und beleidigt. Gott macht es nicht so. Er wendet uns sein Angesicht, sein innerstes Wesen zu. Von seinem Licht wird es um uns und in uns hell, taghell, auch in dunklen und trüben Tagen.

Leben aus Gottes Kraft

Der Segen Gottes, seine Zusage und Nähe sollen uns Kraft geben für die 365 Tage des neuen Jahres. Gewiss hat jeder Tag genug »eigene Plage« (Mt 6,22). Unsere Tage werden zerrinnen wie der Sand am Meer (Sir 18,10) – aber kein Tag soll ohne einen guten Gedanken an Gott, ohne unseren festen Glauben an seine gnädige Zuwendung vorübergehen. Denn die Rückbindung an ihn, unsere Religion, gibt unserem Leben Halt und unserer Seele Sicherheit.

Beispiel Maria

In Maria begegnen wir am Neujahrstag, dem Hochfest der Gottesmutter, einem Menschen, der sich ganz, mit Leib und Seele an Gott rückgebunden hat. »Ich bin die Magd des Herrn« (Lk 1,38), so umschreibt sie ihr Leben. Der Weg, den diese Frau gegangen ist, war nicht leicht – wie Menschenwege eben alles andere sind als Spaziergänge am Neujahrsmittag in frischer Winterluft. Im Menschenleben bläst einem mitunter ganz ordentlich ein kalter Wind ins Gesicht. Marias Ja-Wort war überschattet und getragen vom Segen, von der Zusage und Nähe Gottes. Das hat diese Frau so tapfer und so fest gemacht. Gottes Zusage und Nähe gilt jedem Menschen, der ihn sucht und um seine Nähe bittet.

Gebet am Morgen

»Herr, segne mich und behüte mich. Herr, lass dein Angesicht leuchten über mir und sei mir gnädig. Herr, wende mir dein Angesicht zu und schenke mir heute Heil« (Num 6,24–26). So persönlich umformuliert könnte der Aaronsegen ein Gebet sein, mit dem wir jeden Tag beginnen. Den Text können Sie schon auswendig. Verbunden mit dem Kreuzzeichen könnte er ein tragendes und prägendes Ritual sein für den Tagesanfang und er wird bestimmt dem Tag eine besondere Ausrichtung geben. In diesem Sinn also kröne der Herr das neue Jahr mit seinem Segen für Sie und Ihre Familie, für unsere Jungen und Alten, für die Gesunden und Kranken, für die Glaubenden und die Zweifelnden, für uns alle und für jeden Tag.

Fürbitten

Mit allem, was uns Kummer und Sorgen macht, aber auch mit großem Vertrauen auf Gottes Gegenwart und Zukunft dürfen wir uns nun an den wenden, in dessen Händen unser Leben geborgen ist. Zu ihm lasst uns beten:

- Für unsere Kinder: Sie freuen sich an allem Neuen. Stelle ihnen in den Familien, in den Tagesstätten und Schulen Menschen an die Seite, die sie verlässlich und liebevoll begleiten.
- Für unsere Jugendlichen: Sie sind auf der Suche nach dem Sinn ihres Lebens und ihrem Platz in der Welt von heute. Gib ihnen Mut zu neuen Wegen und lass sie auf die Erfahrungen der Generationen vor ihnen vertrauen.
- Für unsere Familien: Sie sind im täglichen Leben vielen Belastungen und Gefahren ausgesetzt. Gib jedem quer durch die Generationen einen offenen Blick für den anderen und ein Herz, das nicht verurteilt.
- Für unsere Kranken und Alten: Sie erwarten oft nicht mehr viel vom Leben. Schenke ihnen das Vertrauen, dass du denen, die dich lieben, alles zum Guten werden lässt.
- Für unsere Verstorbenen: Sie sind heimgekehrt zu dir. Lass sie nun schauen, was sie geglaubt oder woran sie gezweifelt haben. Sei du ihnen Licht und Leben.

Barmherziger Gott, dein Segen begleite uns in diesem neuen Jahr an allen Tagen. Dir sei Ehre und Dank in Ewigkeit. Amen.

Hans Nagel

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