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»Dienst am Wort«
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Leseprobe 2
30. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr C
Neubeginn bei Gott

Beitrag zur Lesung

Einführung

Jesus hat uns gezeigt, dass Gott kein ferner Gott ist, fern aller Fragen und Nöte der Menschen. Er hat eine Botschaft gebracht, die unserem Leben nahe ist, das Evangelium von der Liebe Gottes. Diese Botschaft soll alle erreichen. Deshalb sind auch wir gerufen, mit unseren Gaben Zeugen der Frohen Botschaft zu sein in allen Situationen des Lebens.

Predigt

Zum Text: 2 Tim 4,6–8.16–18 (2. Lesung)

Die Verpflichtung des Verkündigers

»Ich beschwöre dich …« Mit äußerster Dringlichkeit spricht der Apostel. Im Angesicht Gottes verpflichtet er Timotheus und mit ihm alle, die in der jungen Kirche für die Weitergabe des Glaubens Verantwortung tragen, auf die Treue zum Evangelium. Und diese Verpflichtung wird mit der ganzen Autorität der Person auferlegt. Paulus, der vom Evangelium ganz und gar in Anspruch Genommene, ist am Ende seines Lebensweges angelangt. Er übergibt nun sein Lebenswerk in die Hände anderer Apostel.

Es soll keine Lücke entstehen bei der Verkündigung des Evangeliums. Seit den Zeiten Jesu hat es in der Geschichte der Kirche eine endlose Ablösung von Predigern des Evangeliums gegeben. Nie ist die Botschaft verstummt, nie konnte sie ganz vergessen werden.

Das Selbstbewusstsein des Verkündigers

Angesichts des Todes bilanziert der Apostel sein Leben. Er blickt mit Zufriedenheit zurück. Wie ein Schiff die Anker lichtet, so löst er sich vom Irdischen. Er ist bereit aufzubrechen. »Ich habe den guten Kampf gekämpft. « Er hat Widerstand geleistet gegen böse Mächte, gegen heidnische Unmoral, gegen Unglaube und Heuchelei, gegen Rückfall und Angst. »Ich habe den Lauf vollendet.« Wie ein Wettläufer hat er trotz Hürden und Hindernissen bis zuletzt durchgehalten. Niemand und nichts konnte ihn aufhalten. »Den Glauben habe ich bewahrt.« Er ist an die Ziellinie des Lebenslaufes gekommen. Die Beziehung zu Christus hat ihn gestärkt und gehalten. Christus wird ihn ehren und ihn an der Fülle seines ewigen Lebens teilhaben lassen. Die Siegeskrone liegt bereit. Der Apostel sieht sich als Vorbild. Sein ganzes Leben zeigt das Wirken und die Wahrheit des Evangeliums. Es ist die Selbstbewusstheit, ja das Selbstbewusstsein des Glaubenden, des Verkünders.

Viel lernen wir über und von Personen. Im Guten wie im Bösen. Und Menschen, die sich in Gemeinde, Kirche und Caritas engagieren, wirken ebenso: zuerst durch die Person. Wenn Worte und Handeln übereinstimmen, wird das, was verkündet wird, auch glaubwürdig wahrgenommen.

Die Verantwortung des Verkündigers

Dem Apostel liegt sehr daran, seinem Nachfolger Timotheus die Fortführung seiner Arbeit ans Herz zu legen. Ihm ist wichtig, dass seine Arbeit in guter Weise weitergeht. Die Schwierigkeiten sieht er kommen: Die Menschen werden die Botschaft nicht hören wollen. Sie suchen sich angenehme Prediger, die ihnen nach dem Mund reden und ihre Gefühle ansprechen mit Botschaften, die in den Ohren wohl klingen. Die Aufgabe ist es, das Wort zu predigen. Predigen aber nicht mit dem oft negativen Beiklang, bei dem Reden und Tun gegeneinander ausgespielt werden. Das Predigen erhält seine Qualität durch die Bedeutung der befreienden Botschaft von Jesu Leben, Sterben und Auferweckung für uns. Die Botschaft erreicht uns in den Zeugnissen der Verkündiger. Die Geschichten und Erfahrungen der Zeugen müssen weitererzählt und weitergesagt werden. Eine Sache ist es, mit Christus Neues zu wagen, und eine andere Sache, dieses Neue durch die Zeit zu tragen. Fehlentwicklungen drohen, denen gegengesteuert werden muss. Das befreiende Evangelium von der Treue Gottes, die »gesunde Lehre« wird leiser zugunsten der Mahnung: »Eine Zeit, da man die gesunde Lehre nicht erträgt …«

Wir kennen das. Jeder bastelt sich nach seinen Wünschen seine Religion, vielleicht eine »Wohlfühl-Religion«, vielleicht eine Mischung aus Christentum und Spuren anderer Religionen. Dem Timotheus wird aufgetragen: »Verkünde das Wort, tritt dafür ein, ob man es hören will oder nicht, zur Zeit oder zur Unzeit«. Es gibt Situationen, wo ohne Rücksichten gesprochen werden muss. Das Wort Gottes erweist sich wirksam auch in der Mahnung, Belehrung, Zurechtweisung und im Tadel.

Der Timotheus-Brief ist an den Vorsteher einer Gemeinde gerichtet. Diesem werden Anweisungen gegeben zur Leitung der Gemeinde. Aber nicht nur Timotheus ist im Blick, sondern alle, die in der Gemeinde in einer Umbruchzeit die anspruchsvolle Aufgabe übernehmen, die Gemeinde aufzubauen. Was Paulus am Ende seiner Tage übt, steht auch uns gut an: Immer wieder inne zu halten und unser Leben zu überblicken: Wo stehe ich gerade? Was will ich? Und wo geht es hin? Mit einem weiten Blick nach vorne ändert sich vielleicht auch unser alltägliches Tun und Lassen. Gerade, weil unsere Tagesgeschäfte und Befindlichkeiten uns belegen, brauchen wir Zeiten, die unser Herz stärken und uns den Horizont öffnen. Die Hoffnung auf endgültige Erlösung und der Wunsch, für immer bei Gott und in seinem Reich zu sein verändert unsere Sichtweise. Wie Paulus dürfen auch wir an einen Aufbruch denken; nicht an ein Ende, an ein Verlöschen, sondern an einen Neubeginn bei Gott.

Fürbitten
Die Gaben, die wir empfangen haben, sind verschieden. Gemeinsam ist uns aufgetragen, Welt und Leben zu gestalten. Deshalb bitten wir:

– Lasst uns beten für die Kirche Gottes in dieser Welt, für alle, die sich berufen wissen, das Evangelium lebendig zu machen und zu verkünden. Gott, unser Vater:
(Wir bitten dich, erhöre uns.)
– Lasst uns beten für jene, die sich in ihrem Amt verbraucht haben, dass sie neu Kraft schöpfen und nicht müde werden. Gott, unser Vater.
– Lasst uns beten für alle, die im kirchlichen Dienst arbeiten, dass sie ihre Kreativität und ihr Charisma einsetzen zur Auferbauung der Gemeinden. Gott, unser Vater.
– Lasst uns beten für uns selbst, dass Gott uns fähig mache für den Dienst der Liebe, dass wir der Bewegung seines Geistes folgen auf dem Weg unseres Glaubens. Gott, unser Vater.

Gott, du willst, dass wir eine helfende Hand sind für alle, die niederfallen und nicht mehr weiterkönnen. Lass uns eingedenk sein, dass wir alle deine Kirche sind. In Christus unserem Herrn.
Amen.

Johannes Kreidler

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