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Leseprobe 2
Fronleichnam
Lesejahr C
Fronleichnam – ein Fest mit Ausstrahlung

Beitrag zur Lesung

Einführung

Ein Fest mit Ausstrahlung ist dieses Fronleichnamsfest, das wir heute miteinander feiern. Und das gleich in zweifachem Sinne: Aus dem Brot, das Jesus im Abendmahlssaal seinen Jüngern gereicht hat, strahlt uns Gottes Liebe entgegen. An die Hingabe seines Lebens erinnert uns dieses Brot. Und darum ist es das große Zeichen für die Liebe, die Jesus Christus uns und dieser Welt schenkt. Und wenn wir seinen Leib empfangen und so erfüllt werden von seiner Liebe, dann sollen wir zu Menschen werden, die diese Liebe ausstrahlen, hinein in diese Welt, hinein in die Straßen und Häuser unserer Gemeinde.

Dass wir immer mehr zu Menschen werden, die erfüllt von Gottes Liebe, diese Liebe ausstrahlen und hineintragen in unsere Welt, das ist die Bitte, mit der wir dieses Fronleichnamsfest feiern.

Predigt

Zum Text: 1 Kor 11,23–26 (2. Lesung)

Aus diesem Brot strahlt uns die Liebe Christi entgegen

»Was gibt’s denn da zu sehen«, so fragt man sich, wenn sich irgendwo eine größere Ansammlung von Menschen bildet. Auch heute am Fronleichnamstag darf man so fragen.

»Was gibt’s denn da zu sehen« – ein fast unscheinbares Stück Brot wird uns da heute in der Monstranz gezeigt!

Wir Erwachsene sind das so gewohnt, für die meisten von uns ist das ein altvertrauter Brauch und so schauen wir gar nicht mehr so genau hin, auf das, was es da zu sehen gibt.

Kinder sind manchmal neugieriger. Kinder schauen aufmerksamer hin als wir Erwachsene – und einmal hat mich ein Kommunionkind gefragt, warum ist denn dieses Brot, die Hostie, so dünn, fast durchsichtig wie Papier, so dass das Licht durchschimmert?

Zunächst ist mir darauf keine richtige Antwort eingefallen, erst später kam mir der zündende Gedanke: Dieses Stück Brot muss für uns tatsächlich sozusagen durchsichtig werden, damit wir die Liebe erkennen, die da durchleuchtet und durchschimmert! Aus diesem Brot strahlt uns die Liebe Christi entgegen!

Ja, nur wer die Ausstrahlung dieses Brotes erkennt, in dem sich uns Jesus selbst als Speise für unseren Lebensweg gibt, kann zu erahnen beginnen, um was es an Fronleichnam geht.

Empfangen und Schauen

Natürlich ist der »Leib Christi«, die Hostie, das eucharistische Brot zunächst einmal dazu da, dass wir es in unseren Gottesdiensten bei der Kommunion empfangen, dass wir es essen und so Gemeinschaft wächst zwischen uns und Jesus Christus.
Aber nicht blind solle wir empfangen und essen, sondern mit offenen Augen und so, dass wir darin die Liebe schauen und erkennen, die uns geschenkt wird. Und darum wird uns das eucharistische Brot in jeder Heiligen Messe bevor wir kommunizieren auch zweimal gezeigt und vor Augen gehalten, das erste Mal beim Hochgebet mit den Worten: »Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird« und dann vor der Kommunion mit den Worten: »Seht, das Lamm Gottes, das hinweg nimmt die Sünde der Welt«.

Anbetung und Kommunion, Schauen und Empfangen gehören zusammen! Nur dort, wo unsere Augen die Liebe wahrzunehmen beginnen, die uns in diesem Brot geschenkt wird, werden wir wirklich bereit für die Kommunion.

»Was gibt’s denn da zu sehen an Fronleichnam?« Nichts Großes gibt es zu sehen, auch wenn die Prozession, die wir bei schönem Wetter an diesem Tag halten, schön und ansehnlich ist!

Zu sehen gibt es ein kleines, unscheinbares Stückchen Brot! Aber für den, dem der Glaube die Augen öffnet, für den gibt es in diesem kleinen Stück Brot tatsächlich etwas Großes zu sehen, das ihm entgegen leuchtet, nämlich die Liebe Christi, der sein Leben hingegeben hat, damit wir dadurch leben!

Damit wir wirklich den lebendigen Jesus Christus in uns einlassen können, damit wir wirklich umgewandelt werden können hinein in die Gemeinschaft mit ihm, müssen unsere Augen erleuchtet werden, so dass sie mehr sehen, als nur gewöhnliches Brot.

Dort, wo unsere Augen die göttliche Liebe wahrzunehmen beginnen, die uns aus diesem Brot entgegen leuchtet, dort erst werden wir bereit für die Kommunion.

Ausstrahlung in die Welt


Und diese Liebe gilt nicht nur uns, sondern diese Liebe will ausstrahlen, hinaus in die ganze Welt!

So wird uns am Fronleichnamsfest auch unsere Berufung als Christen vor Augen gestellt: Menschen, die Gottes Liebe und Menschenfreundlichkeit ausstrahlen, sollen wir sein!

Ja, wer Fronleichnam wirklich richtig begreifen will, dem müsste aufgehen, dass Fronleichnam ein Fest mit Ausstrahlung ist!

Ich meine jetzt nicht so sehr das äußere Erscheinungsbild und die äußere Ausstrahlung – das gehört sicher auch dazu, aber wesentlicher und entscheidender ist die innere Ausstrahlung!

Die Liebe, die Gott uns schenkt und die durch Jesus Christus in unser Leben einstrahlt, die sollen wir ausstrahlen, hinaus in unsere Welt! Den Frieden und die Versöhnung, die uns Jesus durch die Hingabe seines Lebens geschenkt hat, diesen Frieden und diese Versöhnungsbereitschaft sollen wir ausstrahlen!

Viele der barocken Monstranzen, die in Oberschwaben und im Allgäu an Fronleichnam durch die Straßen getragen werden, haben die Form einer ausstrahlenden Sonne mit einem Herzen in der Mitte, in dem die Hostie Platz findet. Auch hier bei uns haben wir so eine barocke Strahlenmonstranz. Die Künstler, die diese Zeigegefäße für den Leib Christi geschaffen haben, haben durch diese Formgebung auf die zentrale Botschaft hingewiesen, dass die Liebe, die Jesus Christus uns schenkt, ausstrahlen will!

Ja, weil wir als Christen dazu berufen sind, Liebe auszustrahlen, Frieden, Vergebungsbereitschaft; Menschenfreundlichkeit und Segen; weil wir dazu berufen sind, das, was uns Gott an Gutem schenkt, weiterzugeben und weiterzuschenken, darum hat dieses Fronleichnamsfest seinen ganz besonderen Sinn:

Es erinnert uns daran, dass wir den Segen und die Liebe Gottes nicht nur für uns selbst empfangen dürfen und sollen, sondern dass wir dazu berufen sind, diesen Segen und diese Liebe hinauszutragen auf die Straßen und Wege, hinaus in unser Dorf, hinein in unsere Welt.

Durch unser Tun und Handeln soll diese Liebe in die Welt hinein strahlen!

Das eucharistische Brot, das wir empfangen, will uns zu Menschen machen, deren Leben zu Segen wird für alle, mit denen wir zusammenleben.

Der Segen, der mit dem Leib Christi in der Monstranz gespendet wird, ist ein Bild für den Segen, den unser Leben anderen spenden soll.

Fürbitten

Gott, du Freund des Lebens, du willst, dass unser Leben gelingt. Deine Liebe gibt uns Raum zum Leben und zum Atmen. Deine Liebe ist die Quelle, aus der wir Kraft schöpfen für unser Tun und Handeln. Zu deinem Sohn Jesus Christus kommen wir mit unseren Anliegen und Bitten:

– Für alle Menschen in unserer Gemeinde: dass im Zusammenleben der Familien sich Jüngere und Ältere gegenseitig bereichern und so miteinander deinen Segen erfahren.
– Für alle Christen: dass sie aus ihrem Glauben heraus zum Wohl der Gesellschaft beitragen und miteinander an einer Welt arbeiten, die von gegenseitiger Achtung und Menschlichkeit geprägt ist.
– Für alle, die für kranke und alte Menschen da sind, ob Zuhause oder in den Altenheimen und Krankenhäusern: dass sie durch ihr Tun heilsame Nähe schenken können.
– Für alle Völker dieser Erde: Schenke den Menschen Frieden und Gerechtigkeit, gib den Hungernden das tägliche Brot und sende den Notleidenden Helfer und Hilfe.
– Für alle, die nach dem Sinn des Lebens suchen: Lass sie tragfähige Antworten auf ihre Fragen finden und hilf ihnen in deiner Kraft den Weg des Lebens zu gehen.

Guter Gott, du hast uns das Brot des Himmels gegeben, damit Glaube Hoffnung und Liebe in uns wachsen. Lass uns aus der Kraft dieser Speise als Jünger Jesu leben, heute und alle Tage und in Ewigkeit. Amen.

Martin Schniertshauer

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