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»Dienst am Wort«
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Leseprobe 2
22. Sonntag im Jahreskreis
Lesejahr A

Einführung
Sommerzeit ist Urlaubszeit. Viele Schülerinnen und Schüler befinden sich noch in den Ferien. Für andere hat die Schulzeit bereits wieder begonnen. Dieser Gottesdienst lädt uns zu beidem ein: die Mühen des Alltags hinter uns zu lassen, um neue Kraft zu schöpfen, und andererseits auf Jesu Wort zu hören und als seine Jüngerinnen und Jünger bei ihm in die Schule des Lebens zu gehen.

Kyrie-Ruf
Unruhig, Herr, ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir.
Herr, erbarme dich unser.
Du bist unser Friede und unsere Stärke.
Christus, erbarme dich unser.
Du führst uns den Weg zum ewigen Leben.
Herr, erbarme dich unser.

Tagesgebet
Gott,
du vermagst alles und von dir kommt alles Gute.
Gib uns jene Liebe ins Herz, die uns mit dir und den Menschen verbindet und mit deiner Hilfe Gutes bewirkt. Schau geduldig auf unser Suchen und Mühen und lass uns zum Segen für andere werden.
Darum bitten wir durch Jesus Christus.

Liedvorschläge
Gesang zur Eröffnung
GL 623 »Worauf sollen wir hören«
Antwortgesang mit Halleluja-Ruf
GL 719/1 »Der Herr ist mein Licht und mein Heil« mit 719/2 (Psalm 27) und GL 530/4 »Halleluja«
Gesang zur Gabenbereitung
EH 34 »Nimm, o Herr, die Gaben«
Gesang zur Kommunion
GL 620 »Das Weizenkorn muss sterben«
Dankhymnus/Schlusslied
EH 126 »Wer befreit ist«

Fürbitten
Jesus ermutigt uns, unser Kreuz auf uns zu nehmen und es im Vertrauen auf ihn zu tragen. Ihn bitten wir:

- Wir beten für jene, die Verantwortung tragen in Kirche und Welt, für jene, die schwere Entscheidungen zu treffen haben, und für jene, die unter der Last ihres Amtes leiden.
(Hilf uns, das Kreuz zu tragen.)
- Wir beten für jene, die sich einbringen für andere, für jene, die zugunsten der Schwachen das Wort ergreifen, und für jene, die wegen ihres Einsatzes für Gerechtigkeit Nachteile erfahren.
- Wir beten für jene, die krank oder einsam sind, für jene, die seelische und soziale Nöte erdulden, und für jene, die anderen Hilfe leisten.
- Wir beten für jene, die unter Gewalt und Ausgrenzung leiden, für jene, die den Tod vor Augen haben, und für jene, die uns im Tod vorangegangen sind.

Herr und Gott, wer sein Leben mit dir wagt, gewinnt. Dir vertrauen wir uns und unsere Bitten an, durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Wer wagt, gewinnt

Vorüberlegungen
Zum Text: Mt 16,21–27 (Evangelium)

Das Wort Jesu von der Selbstverleugnung und Kreuzesnachfolge scheint bereits den ersten Jüngern und Hörern der Worte Jesu Probleme bereitet zu haben, was Matthäus in seinem Evangelium durch die Vorwürfe des Petrus und dem wenig schmeichelhaften Tadel Jesu äußerst anschaulich belegt. In Petrus spiegelt sich der Wunsch jedes Menschen, dem Leid am liebsten ausweichen zu können und die letzte Konsequenz eines engagierten Lebens nicht tragen zu müssen. Petrus hieraus einen Vorwurf zu machen, hieße womöglich, den schmerzlichen Ernst des Leidens zu verkennen. Weder Jesus noch wir Christen suchen das Leid. Es wird uns von anderen auferlegt. Wie für Petrus und die Jünger stellt sich für uns die Frage, ob wir trotz des möglichen Leids auf den Gott Jesu Christi vertrauen und das Leben mit ihm wagen.

Predigt

Sich einbringen ist ein Wagnis

Wer wagt, gewinnt! – So knapp und zuversichtlich sagt es ein geflügeltes Sprichwort. Aber stimmt dies auch? Wird dieser Ausspruch nicht häufig durch gegenteilige Erfahrungen Lügen gestraft? Ein Lehrer stellt eine Frage, doch in der Klasse bleibt es lange still. Keiner traut sich etwas zu sagen. Zu groß scheint die Gefahr, sich mit einer falschen Antwort vor den anderen lächerlich zu machen. – Ein Vorgesetzter gibt ein neues Vorhaben bekannt. Unter den Mitarbeitern herrscht Skepsis über den Erfolg des Ganzen. Weil der Chef aber Kritik nicht verträgt, wagt keiner den Widerspruch. – Unter Nachbarn gibt es Spannungen. Ein Dritter will vermitteln und schaltet sich ein. Doch statt eines Dankes zieht er den Unmut der beiden Widersacher auf sich. – Nicht immer führt Einsatz zum Erfolg. Sich einzubringen bleibt zumindest, wie es das Wort »wagen« andeutet, ein Wagnis und mit einem Risiko behaftet.

Petrus wagt sich aus der Deckung …

Ganz ähnlich erging es Petrus. Im Kreis der Jünger schien er die Rolle eines Sprechers zu haben. Stellvertretend für die anderen und meist vor ihnen ergreift er das Wort, bringt Fragen oder Äußerungen zur Sprache. Letzte Woche konnten wir hören, wie er für sein klares Bekenntnis zu Jesus, den er als Messias und Sohn des lebendigen Gottes bekannt hatte, von diesem noch gelobt und ehrenvoll als Fels betitelt wurde. Wenige Augenblicke später – wir haben diesen Abschnitt des Evangeliums heute gehört – muss er sich nun schweren Tadel anhören und wird sogar als Satan beschimpft. Vielleicht hätte sich Petrus besser bedeckt gehalten und wie die anderen Jünger erst einmal geschwiegen. Dabei hatte Petrus nur das ausgesprochen, was die anderen wohl genauso empfunden haben. Dass Jesus leiden und sterben müsse, konnte er das allen Ernstes wollen? Wer etwas wagt und etwas sagt, riskiert auch etwas.

… und gewinnt Klarheit

Im Grunde müssen wir Menschen wie Petrus dankbar sein. Denn wer sich immer nur zurückhält, wer sich nie äußert und keine Farbe bekennt, wird vielleicht wenig Fehler machen und wenig Anstoß erregen, aber letztlich auch wenig zum Leben beitragen. Gestalt nimmt die Welt von jenen an, die in ihr mitdenken, sich zu Wort melden und schließlich handeln. Sie sind es, die Spuren hinterlassen und das Miteinander prägen. Sie bringen sich ein, riskieren etwas, haben aber auch die Chance, etwas zu bewegen. Dass der Weg Jesu und seiner Jünger schließlich anders verlaufen würde, als es Petrus gewünscht hatte, das musste er erst noch dazulernen. Doch aus Fehlern wird man klug. Und so hat sein Einwurf Jesu klärendes Wort hervorgerufen und damit die Jünger insgesamt weitergebracht. Am Ende zeigt sich auch hier: Wer wagt, gewinnt. Trotz aller Kritik und Korrektur durch Jesus: Das Gewitter, das über Petrus herabging, hat falsche Vorstellungen weggespült und den Blick für den vor den Jüngern liegenden Weg gereinigt.

Das Leben mit Jesus wagen …

Von nun liegt es an jedem einzelnen Jünger, ob er den Weg Jesu mitgehen will. In aller Deutlichkeit wendet sich Jesus an seine Weggefährten und sagt: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach. Jede und jeder Einzelne hat die Wahl. Will ich unter diesen Bedingungen eine Jüngerin oder ein Jünger Jesu sein? Jesus macht seinen Freunden nichts vor und das Risiko ist hoch. Doch nicht weniger verlockend ist das Ziel dieses Weges: die Aussicht, vielleicht nicht die Welt, dafür aber die Freundschaft Gottes und seine Lebenszusage zu gewinnen. Ich glaube nicht, dass Jesus das Leiden und den Tod gesucht hat. Aber realistischer als seine Jünger weiß er um die Gefahr und das Risiko seines Weges, wenn er sich nun nach Jerusalem, in das geistige und religiöse Zentrum des Landes begibt, um dort seine Botschaft vom Reich Gottes zu verkünden. In letzter Konsequenz ist dies das Wagnis seines Lebens und seiner Botschaft, mit der er bei anderen aneckt und auf Ablehnung stößt. Anders aber, ohne sich selbst ins Spiel zu bringen und das eigene Lebenszeugnis einzusetzen, hätte er wohl nichts bewegen und verändern können. Wer nichts wagt, gewinnt nichts.

… und mit ihm gewinnen

Das Wort vom Aufnehmen des Kreuzes und der Selbstverleugnung ist ein hartes Wort. Wie bei Petrus, so sperrt sich auch in uns etwas, wenn wir dieses Wort hören. Letzten Endes ist es eine Frage meines Vertrauens in den Gott, den Jesus verkündet hat. Glaube ich wirklich, dass er es ist, der mich noch aus der letzten Not meines Lebens erretten wird? Kann ich meine Angst überwinden, alles selbst im Griff haben zu wollen, und im Vertrauen auf ihn meine Wege gehen? Bin ich bereit, auch dann noch zu ihm zu halten, wenn der Weg schwer und steinig wird? Die Entscheidung dafür kann keinem abgenommen werden. In einem moderneren Lied steht die schöne Bitte und Zusage: »Lass uns alle deine Jünger werden. Wer sein Leben mit dir wagt, gewinnt.« Ja, der Glaube ist ein Wagnis und kostet mich durchaus etwas. Aber nur wer wagt, gewinnt.

Adrian Warzecha

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