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Leseprobe 1
Siebter Sonntag der Osterzeit
Lesejahr A
Glaube - mehr als angenehmes Zubehör zu einem guten Leben

Einführung

In den Abschiedsreden Jesu, aus denen wir heute die Frohe Botschaft hören, weist Jesus den Jüngern deutlich ihren Platz hier in der Welt zu. Gleichzeitig betont er, dass sie Gott gehören. Das ist die große Spannung, in der auch wir als Christen leben, hier in der Welt und gleichzeitig als Jünger Jesu, die Gott gehören. Daher ist Glauben etwas sehr Ernsthaftes, was das ganze Leben betrifft und in der Verfolgung sogar das Leben kosten kann. Daran erinnert uns die Lesung aus dem Petrusbrief. Lassen wir uns heute wieder bestärken durch das Wort des Herrn und kräftigen durch sein Brot.
Glaube – mehr als angenehmes Zubehör zu einem guten Leben

Predigt
Zum Text: 1 Petr 4,13–16 (2. Lesung)

Jeder von uns weiß, dass Christentum von Anfang an mit Leiden zu tun hatte. Das Zeichen des Kreuzes, das Zeichen für Qual und Leiden schlechthin, weist unmissverständlich darauf hin. Und doch klingen die Sätze aus dem Petrusbrief für uns fremd; denn zwischen dem Wissen von möglichem Leiden und tatsächlichem Leiden ist ein großer Unterschied. Wer von uns könnte derzeit sagen, dass er leiden muss, weil er Christ ist? Auch wenn Glaube und Kirche eher ein schwindendes Ansehen genießen, ist es äußerst selten, dass man bei uns wegen des Glaubens Nachteile erleidet oder gar beschimpft wird. Wir benötigen also den Zuspruch nicht, den der Petrusbrief einer verfolgten und leidenden Gemeinde zusprechen will. Seien wir froh darüber.

Keine Verfolgungssituation

Allerdings hat uns der Brief trotzdem etwas zu sagen und stellt uns zunächst Fragen: Wie wichtig ist uns unser Glaube, wie ernst meinen wir es mit ihm? Wenn die Geschichte unseres Glaubens mit dem leidenden und am Kreuz zu Tode geschundenen Jesus anfängt, dann darf unser Glaube nicht auf einen erbaulichen Wohlfühlglauben reduziert werden. Wir müssen uns fragen lassen, was uns unser Glaube wert ist. Was sind wir bereit, für unseren Glauben einzusetzen? Die Botschaft des Petrusbriefs stellt ein Bild vom Glauben in Frage, das letztlich auf seelische Wellness hinausläuft. Der Verfasser des Petrusbriefes hatte Menschen im Auge, die unter Umständen schwere Nachteile bis hin zu körperlichen Leiden oder sogar Tod zu befürchten hatten, wenn sie an ihrem Glauben festhielten. Das droht auch noch 2000 Jahre später vielen Christen auf der Welt. Wir sind jedoch in der komfortablen Situation, dass wir unseren Glauben frei leben können, ohne Nachteile zu erleiden.

Glaube – mehr als billiges Zubehör

Uns droht eine ganz andere Gefahr: Glaube an den Gekreuzigten als nettes Accessoir für ein Leben im Wohlstand. Das wäre ein großes Missverständnis. Es geht nicht um ein nettes Zubehör für das eigentliche Leben. Im Evangelium dieses Sonntags ist sehr treffend definiert, um was es in unserem Glauben geht: »…den einzigen wahren Gott zu erkennen und Jesus Christus, den er gesandt hat.« Das wiederum hat Konsequenzen für das ganze Leben. Glaube, ob unter Verfolgung praktiziert oder in Freiheit so wie bei uns, betrifft jeweils das ganze Leben und hat daher Konsequenzen für das Handeln, zum Beispiel im Einsatz für andere, speziell für die Armen.

Konsequenzen der Nachfolge

Wir stehen immerhin in der Nachfolge dessen, der als Folge seiner bedingungslosen Liebe das Kreuz auf sich nehmen musste. Wir glauben an den Jesus Christus, der sich ganz hingab. Wer das ernst nimmt und sich ebenfalls für andere einsetzt, der wird schnell merken, dass das Kraft und Einsatz kostet und nicht nur das Wohlgefühl steigert. Ein ernsthaft gelebter Glaube ist auch in unserer freiheitlichen Umgebung kein Kinderspiel. Wer in seinem Handeln, wie es im Petrusbrief heißt, Gott als Christ verherrlicht, der wird gegen den Strom anschwimmen müssen und gegen den Mainstream anzukämpfen haben. Dann stellt sich schnell heraus, welchen Einsatz für unseren Glauben wir zu geben bereit sind.

Der Geist Gottes ruht auf euch

Allen, denen das schwer fällt, spricht der Petrusbrief Mut zu: Der Geist der Herrlichkeit, der Geist Gottes ruht auf euch. Keiner lebt seinen Glauben allein auf sich gestellt. Das wäre eine riesige Überforderung. Wir leben unseren Glauben in Gemeinschaft und mit der Kraft des Geistes Gottes. Mit dieser ermutigenden Zusage können wir es wagen, konsequent und kraftvoll den manchmal riskanten Weg des Glaubens weiterzugehen.

Fürbitten
Herr Jesus Christus, du hast selbst für deine Jünger gebetet und sie deinem Vater ans Herz gelegt. Wir vertrauen darauf, dass unsere Anliegen bei dir und deinem Vater aufgehoben sind, und bitten:

- Für alle, die sich damit schwer tun, als Glaubende mitten in der Welt zu leben.
- Für alle Christen, die wegen ihres Glaubens verfolgt werden oder Nachteile erleiden.
- Für die Menschen, die danach suchen, dich, den einzigen und wahren Gott, zu erkennen.
- Für unsere Gemeinde, dass sie mitten in der Welt dein Wort lebt und bewahrt.

Herr, du hast deinen Jüngern versprochen, dass der Geist Gottes auf ihnen ruht. Darauf vertrauen wir und dafür danken wir. Amen.

Josef Birk

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