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Leseprobe 3
Pfingsten – Am Tag
Lesejahr A
Was uns die Sinnbilder für den Heiligen Geist sagen

Predigt
Zum Text: Apg 2,1–11 (1. Lesung)

Hinführung

Im Verhältnis zu Gott, dem Vater, und im Verhältnis zu Jesus Christus bleibt der Heilige Geist in der Sprache und Offenbarung der Heiligen Schrift seltsam abstrakt und blutleer.
Uns entgeht freilich meist, dass die Heilige Schrift Bilder und Symbole gebraucht, mit denen durchaus etwas Griffiges über den Heiligen Geist ausgedrückt werden kann.
Nur uns sind die Bilder und Symbole nicht mehr erschlossen. Ich erlebe es auch an mir, dass ich über so etwas meist unaufmerksam hinweglese.
Ich möchte mich also im Folgenden mit den Sinnbildern im Zusammenhang der Aussagen über den Heiligen Geist beschäftigen.

Bilder und Sinnbilder

1. Bei der Taufe Jesu am Jordan zu Beginn seiner öffentlichen Wirksamkeit schreiben die Evangelien, der Heilige Geist sei »wie eine Taube« auf ihn herabgekommen. Das ist ein Vergleich. Die Schrift sagt nicht, der Geist sei als Taube auf ihn herabgekommen.
Es ist interessant zu fragen, wie denn der Kontrast zu diesem Bild aussähe. Welcher Vogel kommt noch über ein Lebewesen? Der Raubvogel! Der stößt auf seine Beute herab, er überwältigt sie und tötet sie! Die Taube dagegen schwebt sanft herab. Sie stellt dem Leben niemals nach.
2. Am Ende des Johannesevangeliums (Joh 20,22) wird bei der österlichen Erscheinung des Auferstandenen vor den Jüngern gesagt: »Jesus hauchte die Jünger an und sprach zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist.«
Hauch – das ist das Bild der göttlichen Urgeste, wie wir sie im Schöpfungsbericht am Anfang der Bibel lesen. Gott haucht dem Menschen den Lebensatem ein. Er erfüllt den aus Lehm geformten Menschen, die Materie mit Leben.
3. Damit kommen wir zu den Sinnbildern der heutigen Pfingstlesung. Da hat es geheißen, dass die Leute zuerst etwas vernommen haben, das gleich dem Brausen eines gewaltigen Sturmes war! »Wie wenn ein gewaltiger Sturm daher führe ...«
Es war also kein Sturm, aber ein Vorgang, den man damit veranschaulichen kann. Und dieser alles bewegende Vorgang, das waren die großen Taten Gottes, die verkündet wurden. (Kurz: Jesu erlösender Tod und seine Auferstehung. Das war offenkundig ein umwerfendes Ereignis.)
4. Der vierte Vergleich, das vierte Sinnbild im Zusammenhang mit dem Geist Gottes ist das mit den Feuerzungen. Aber auch hier heißt es – aufmerksam gelesen und gehört: »Da erschienen ihnen Zungen wie von Feuer.« In diesem Sinnbild konnten die im Abendmahlsaal versammelten und verrammelten Jünger verstehen und sagen, was ihnen widerfahren war. (Die Kunstgeschichte hat diesbezüglich keine glückliche Rolle gespielt, weil sie den Vorgang und das Sinnbild dafür in der Darstellung gleichgesetzt hat.)

Was die Sinnbilder sagen

Was sagt nun das Sinnbild des Brausens und des Feuers?
Das Brausen bringt etwas in Bewegung.
Das Feuer läutert und reinigt das Edelmetall. Das Feuer – und nun können wir sagen Gottes Geist – schmilzt das Wertlose heraus und setzt frei, was für das Leben wertvoll, nötig und gut ist.
Im 1. Korintherbrief kommt der Apostel Paulus einmal auf die Gaben des Heiligen Geistes zu sprechen und sagt dabei: »Jedem ist die Gabe des Geistes geschenkt, damit sie anderen nützt.«
Jetzt können wir ein Fazit ziehen, was die Sinnbilder über den Geist Gottes für uns Menschen aussagen wollen:
1. Der Geist Gottes ist Leben. Er gibt Lebenskraft und Lebensimpulse.
2. Der Geist Gottes kommt zum Menschen in einer Weise, die ihm angemessen ist und ihn belebt. Der Heilige Geist stellt das Leben nicht infrage.
3. Der Geist Gottes ist der Geist der Wahrheit; die bringt etwas in Bewegung – im Menschen nämlich: Die Verkündigung der Taten Gottes und das Bekenntnis für Jesus Christus im Wort, aber vor allem in der Tat.
4. Der Heilige Geist läutert uns, er hilft uns zu scheiden Wertloses von Wertvollem, er fördert und fordert die Erkenntnis der Wahrheit.
5. Und schließlich: Die Gaben und Kräfte des Geistes öffnen den Menschen auf die Mitmenschen hin. Sie stiften Gemeinschaft und Gemeinde.
Und die Summe der einzelnen Geistesgaben eines jeden machen den ganzen Reichtum der Kirche und der menschlichen Gemeinschaft aus.

Fürbitten
Herr Jesus Christus, du bist uns nahe. Dein Heiliger Geist ermutigt uns, mit unseren Bitten und Sorgen zu dir zu kommen und zu rufen:

– Wir bitten um den Geist der Versöhnung in einer Welt, die von Uneinigkeit, Misstrauen und Egoismus erfüllt ist. Erfülle uns mit deinem Geist:
(Wir bitten dich, erhöre uns.)
– Wir bitten um den Geist des Wohlwollens und der Geduld in unseren Gedanken und Gesprächen. Erfülle uns mit deinem Geist:
– Wir bitten um den Mut zu schweigen und um offene Ohren, damit wir auch die leisen Töne und Signale unserer Mitmenschen wahrnehmen. Erfülle uns mit deinem Geist:
– Wir bitten dich um den Geist des Lebens – dass wir von dem weitergeben, was wir selbst empfangen haben. Erfülle uns mit deinem Geist:

Herr Jesus Christus, lass uns deinem Geist Raum geben und auf sein Wirken eingehen; und lass uns dir danken, heute und alle Tage unseres Lebens. Amen.

Johannes Jeran

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